Ist Skifahren bald Schnee von gestern?

Klimawandel gefährdet Schneesicherheit

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Immer weniger Skigebiete kommen ohne Kunstschnee aus.

München - Der viele Schnee von heuer hin oder her: Der Klimawandel hat die Winter fest im Griff. Jetzt schlägt der Deutsche Alpenverein Alarm!

Geht’s so weiter, gibt’s womöglich bald keinen Schnee mehr – und somit kaum noch Skigebiete in den bayerischen Alpen. Das bestätigt eine Studie der Uni Innsbruck mit dem österreichischen Forschungszentrum AlpS zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Skigebiete im bayerischen Alpenraum.

So ist davon auszugehen, dass selbst bei einem weiteren Ausbau der künstlichen Beschneiung in rund 20 Jahren nur noch 50 bis 70 Prozent der Skigebiete schneesicher sein werden. Heißt: Nur noch die Hälfte aller Skigebiete können dann mit Sicherheit befahren werden. Ein Albtraum für Wintersport-Fans.

Schneesichere Pisten zu Weihnachten. Zum Vergrößern bitte hier klicken

Doch es wird noch schlimmer: Auf lange Sicht könnte die Quote bis unter fünf Prozent absinken. Dies sagt Hanspeter Mair, DAV-Geschäftsbereichsleiter Hütten, Naturschutz und Raumordnung. Auch: „Beschneiung wird nur noch mittelfristig und nur an bestimmten Orten möglich sein.“ Schließlich muss der Kunstschnee liegen bleiben – heißt: Nur in hohen Lagen rentiert sich eine Beschneiung. Schon jetzt ist die Situation alarmierend: In vielen Skigebieten reichen minimale Temperaturanstiege, dass kein Schnee liegen bleibt. Beispielsweise gab es am Sudelfeld in den Jahren 1961 bis 1990 noch eine Schneesicherheit von 78 Prozent an Weihnachten – ohne künstliche Beschneiung. Bei einer Erwärmung um 1 Grad sinkt sie auf nur 6 Prozent (siehe Tabelle links).

Auch eine ganze Armada von Schneekanonen kann laut DAV nicht vor den Folgen des Klimawandels bewahren. Selbst wenn die Pisten zu 100 Prozent beschneit würden, wären langfristig bei einer Erwärmung von vier Grad nur die Skigebiete um die Zugspitze sowie Fell- und Nebelhorn schneesicher.

Der DAV verlangt, Beschneiungsanlagen nicht mehr zu subventionieren und ökologische Kriterien stärker zu gewichten. Zudem müssten alternative Tourismuskonzepte entwickelt werden.

aw

Wetterdienst: Erwärmung führt zu Niederschlägen

Da spricht alle Welt von Klimaerwärmung, wir aber haben einen Winter mit Schnee ohne Ende - passt das zusammen? Der Deutsche Wetterdienst hat eine These: Die Winter könnten in den nächsten Jahren sogar noch schneereicher werden. Die Ursache könnte die „zunehmend geringere Meereisbedeckung in der Arktis sein, die zu einerAbschwächung der nordatlantischen Tiefdrucktätigkeit und somit zu einem verstärkten Zustrom kalter Luft von Norden und Osten nach Deutschland führen kann“. Heißt: Wir bekommen weniger Kälte, aber mehr Wolken - also mehr Schnee.

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