Schrecklicher Mord in Regensburg

Seine Mama war für ihn das Böse – da stach er zu!

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David F. (r.) war bereits vorbestraft wegen Gewalt- und Drogendelikten. Für Eva F. (l.) war ihr Sohn ihr Ein und Alles. Trotzdem erstach er sie. Das Motiv: unklar.

München - Doch David F. griff seine Mutter mit einem Messer an und erstach sie in der gemeinsamen Wohnung in Regensburg. Anschließend postete er auf Facebook: „Ich wollte doch nur das Böse vernichten.“

Er war für sie ihr Ein und Alles. Eva F. hätte alles für ihren Sohn getan – auch wenn er sie oft enttäuschte. Der 21-jährige David F. war arbeitslos, fiel immer wieder mit kleinkriminellen Delikten auf und griff zu Drogen. Doch Eva. F. hielt zu ihm, unterstützte ihn, so gut es ging. Bis Montagabend. Da griff David F. seine Mutter mit einem Messer an und erstach sie in der gemeinsamen Wohnung in Regensburg. Anschließend postete er auf Facebook: „Ich wollte doch nur das Böse vernichten.“ Die Details zu der schrecklichen Bluttat, sie lassen die Menschen auch Tage nach der Tat sprachlos zurück.

"Ich wollte doch nur das Böse vernichten"

Es ist Montagabend, 22.10 Uhr. In der Integrierten Leitstelle in Regensburg klingelt das Telefon. David F. stammelt in den Hörer: „Meine Mutter liegt blutend in der Küche.“ Die Rettungskräfte eilen zur Wohnung im Stadtteil Neuprüll. Während David F. auf den Notarzt wartet, postet er auf Facebook: „Ich wollte doch nur das Böse vernichten. Und zu der Liebe meines Lebens. Um mit ihr etwas zu schaffen.“

Geschafft hatte der 21-Jährige bis dato nichts. Mehrere Schulwechsel, keine Ausbildung, Arbeitslosigkeit zieren seinen Lebenslauf. Dafür: Gewaltdelikte und Drogenmissbrauch, Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik, immer wieder Probleme. Auch von Streitigkeiten mit seiner Mutter ist die Rede. Entlud sich der ganze Frust am Montagabend? Fakt ist: David F. griff seine Mutter unvermittelt an und stach ihr in den Hals. Die 56-Jährige verblutete auf dem Küchenboden. Als die Rettungskräfte eintrafen, war sie bereits tot. David F. wurde festgenommen.

Ob der 21-Jährige zum Zeitpunkt der Tat unter Drogen oder Alkohol stand, wird derzeit noch ermittelt. Zuletzt schien der Halbamerikaner – sein Vater ist US-Soldat und lebt heute in Jacksonville in Florida – auf dem Weg der Besserung. Im März hatte er ein Praktikum bei einem Bäcker in Nürnberg begonnen. Sein Vater schrieb ihm im sozialen Netzwerk: „Ich bin stolz auf dich, mein Sohn. Mach weiter so gute Schritte. Ich liebe dich.“ Jetzt ist der Vater über die schreckliche Tat entsetzt. Gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung sagte er: „Ich war bei ihm, als er gerade aus der Klinik kam. Er sagte, es gehe ihm gut, er komme zurecht.“ Ein schrecklicher Trugschluss.

Mutter hatte schon mal einen Mordversuch überlebt

Die Trauer um Eva F. ist groß. Sie galt als sympathisch, engagiert und lebensfroh. Für ihren Sohn habe sie laut Bekannten immer eingestanden. Obwohl er mehrfach gewalttätig war, auch ihr gegenüber. „Sie war immer für ihn da, er war ihr Halt“, so ein Nachbar.

Besonders schrecklich: Eva F. hatte schon einmal einen Mordversuch überlebt. In den 80er-Jahren entführte sie ein Mann und sperrte sie in ein Kellerverlies. Dort erpresste er von ihr die Geheimnummer der EC-Karte. Während er versuchte, Geld vom Konto abzuheben, versuchte die an Händen und Rücken gefesselte Regensburgerin, über einen Kellerschacht zu fliehen. Im Garten angekommen, lief sie ihrem Peiniger über den Weg, der sie daraufhin mit einem Holzstück niederschlug und zurückschleppte. Nur durch viel Glück kam die Polizei dem Täter, der bereits einen Mann mit derselben Masche umgebracht hatte, auf die Spur. Eva F. wurde in letzter Sekunde befreit, der Täter zu lebenslanger Haft wegen Mordes und Mordversuchs verurteilt.

Trotz der schrecklichen Erlebnisse blickte Eva F. immer zuversichtlich ins Leben, mit David F. und dem Vater ging ihr Traum von einer kleinen Familie in Erfüllung. Dieser ist nun zerstört. Sohn David sitzt jetzt in U-Haft. Sein Vater will noch diese Woche nach Deutschland fliegen.

tz

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