Bahn nimmt mit vier Jahren Verspätung neue Doppelstock-Waggons in Betrieb

Schneller Regionalzug nach Nürnberg bald wieder ohne Umsteigen und mit mehr Platz

Die neuen Doppelstockwaggons des München-Nürnberg-Express von Skoda im Münchner Hauptbahnhof
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Auf der schnellsten Regionalbahn Deutschlands kann man bald wieder ohne Umsteigen in Ingolstadt in eineindreiviertel Stunden von München nach Nürnberg fahren. Möglich machen das neue Doppelstock-Waggons, die für die Fahrgäste viele Vorteile bringen. Allerdings mussten die ziemlich lange auf die neuen Züge warten.

Der München-Nürnberg-Express ist der ganze Stolz der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, die den Nahverkehr im Freistaat organisiert: Auf den Gleisen der ICE-Strecke fahren hier Nahverkehrszüge mit bis zu 200 km/h durch die Tunnel – so schnell, wie nirgends in Deutschland. Die Fahrzeit ist somit eine habe Stunde kürzer als auf der alten Strecke über Treuchtlingen. 2006 wurden dafür alte Intercity-Züge rot lackiert und auf die Strecke geschickt. Wegen des Begegnungsverkehrs mit ICEs in den Tunnels müssen die Waggons hohe Druckunterschiede vertragen.

Vor vier Jahren sollten die veralteten Waggons durch neue Doppelstockwagen des tschechischen Herstellers Skoda ersetzt werden – mit 676 statt bisher 413 Plätzen, rollstuhlgerechter Einrichtung und mehr Fahrradstellplätzen. Auch die Einstiege sind mit breiten Schiebetüren versehen und barrierefrei.

Doch bei der Zulassung der neuen Waggons gab es Ärger: Das Eisenbahnbundesamt erteilte den Zügen erst Ende 2019 die Genehmigung. Anschließend gab es zwischen Skoda und der Bahn Differenzen – laut Donaukurier offenbar beim Thema Qualität und Zuverlässigkeit. Die Folge: Da nicht mehr genügend alte Züge vorhanden waren, müssen Passagiere jetzt oft in Ingolstadt umsteigen.

Seit gestern sind die ersten neuen Wagons auf der Strecke München-Treuchtlingen im Einsatz: Die Lokführer sollen hier mit den neuen Zügen vertraut gemacht werden, bevor man sie auf die Schnellfahrstrecke zwischen Ingolstadt und Nürnberg schickt. Ab Fahrplanwechsel am 13. Dezember fahren die Skoda-Züge auf der ICE-Strecke, damit wird es wieder durchwegs schnelle Züge zwischen München und Nürnberg geben, die man auch mit dem Bayernticket benutzen kann. Nach und nach werden dann die alten Waggons durch die neuen ersetzt.

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