1. tz
  2. Bayern

Neuer Missbrauchsvorwurf gegen Pfarrer H.

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Schwierige Tage durchlebt die Tölzer Pfarrgemeinde, nachdem Pfarrer H.s Vorstrafe wegen sexuellen Missbrauchs bekannt wurde. © MK/Archiv

München - Gegen den bereits suspendierten Pfarrer H. aus der Erzdiözese München liegt ein neuer Missbrauchsvorwurf aus dem Jahr 1998 vor.

Der Mann, der bis vor wenigen Tagen als Tourismusseelsorger in Bad Tölz eingesetzt war, soll im Jahr 1998 erneut ein minderjähriges Kind missbraucht haben. Damals sei er als Pfarradministrator in Garching/Alz tätig gewesen, teilte das Erzbischöfliche Ordinariat München am Mittwoch mit. Der noch nicht verjährte Fall sei an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden.

Chronologie der Missbrauchsfälle

Lesen Sie auch:

Fall Pfarrer H.: Nach erstem Schock regt sich Kritik

Der wegen Kindesmissbrauchs vorbelastete Priester war in der Amtszeit des heutigen Papstes Benedikt XVI. auf Bitten des Bistums Essen im Januar 1980 in der Münchner Erzdiözese aufgenommen worden. In München sollte der Geistliche eine Therapie machen. Abweichend davon sei er dann jedoch in der Seelsorge in Oberbayern eingesetzt worden, so das Ordinariat. Dort habe er sich wieder an einem Kind vergangen und war deswegen 1986 zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt worden.

Trotzdem wurde der Mann danach als Pfarradministrator in Garching/Alz und zuletzt als Tourismusseelsorger in Oberbayern eingesetzt. Der frühere Erzbischof Kardinal Friedrich Wetter hatte am Dienstag persönliche Fehler eingeräumt und sich bei den Betroffenen und ihren Angehörigen entschuldigt. “Mir ist jetzt schmerzlich bewusst, dass ich damals eine andere Entscheidung hätte treffen müssen“, hieß es in der Stellungnahme Wetters.

dpa

Auch interessant

Kommentare