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Schwarz gebaut?

Neuer Verdacht gegen Landrat Kreidl

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Jakob Kreidl.

Miesbach - Der Ärger um den Miesbacher Landrat Jakob Kreidl reißt nicht ab. Im Landkreis wird getuschelt, bei seinem derzeitigem Bauvorhaben für sich und seine Frau in Fischbachau könnte es sich um einen Schwarzbau handeln.

Welchen Plan verfolgt Jakob Kreidl? Darüber rätseln derzeit sogar CSU-Parteikollegen. Vor zwei Tagen hat sich der Landrat von Miesbach überraschend krank gemeldet. Der Druck sei „einfach zu groß geworden“. Er sei „gesundheitlich angeschlagen“. Merkwürdig: Bei einer Podiumsdiskussion vergangene Woche hatte der 61-Jährige nachdrücklich erklärt, er stehe zu seinen Fehlern und werde nicht davonlaufen. Womöglich steht sein Rückzieher mit neuen Vorwürfen im Zusammenhang, über die der Miesbacher Merkur berichtet. Demnach wird im Landkreis offen darüber geredet, bei Kreidls derzeitigem Bauvorhaben für sich und seine Frau in Fischbachau könnte es sich um einen Schwarzbau handeln.

Erst die teilweise abgeschriebene Doktorarbeit, dann das vom Steuerzahler zu stemmende Gehalt für seine Frau von 1500 Euro monatlich. Es folgte der Skandal um die 118 000-Euro-Geburtstagsfeier, und nun ein illegaler Bau? Tatsache ist: Die Höhe des Gebäudes und seine Dachneigung entsprächen nicht der Baugenehmigung. Das Landrats­amt wollte sich um eine Stellungnahme bemühen. Konkret steht der Vorwurf im Raum, der Landrat halte sich bei dem Gebäude, das er derzeit für sich und seine Frau errichtet, nicht an den genehmigten Bauantrag. Besonders als Landrat müsse er sich hier aber ganz genau an alle Vorschriften halten, heißt es im Ort.

Was wird aus Kreidl? Spekuliert wird auch da­rüber, bei Kreidls plötzlicher Krankheit könnte es sich um einen geschickten Schachzug handeln, den die CSU ihrem mittlerweile ungeliebten Landrat aufgezwungen haben könnte. Denn der 61-Jährige kann zwar seine Kandidatur nicht mehr zurückziehen. Er könnte aber über ein amtsärztliches Attest seine Wählbarkeit verlieren, dann würde die Wahl am 16. März nicht stattfinden. Die CSU könnte einen anderen Kandidaten nominieren, die ausgefallene Landratswahl müsste innerhalb von drei Monaten über die Bühne gehen. So regelt es das Gemeinde- und Landkreiswahlgesetz.

Eine zweite These: Kreidls Selbstbewusstsein ist ungebrochen. Der 61-Jährige könnte glauben, die Wahl zum Landrat am 16. März tatsächlich noch gewinnen zu können. Um seine Parteikollegen zufrieden zu stellen, könnte er danach auf sein Amt verzichten – und den Weg für einen Nachfolger frei machen. Das wäre sicherlich die eleganteste Möglichkeit für den Politiker. Aber sogar seine engsten Kollegen sagen mittlerweile: „Seien wir ehrlich: Die Leute haben genug. Er wird es noch nicht einmal in die Stichwahl schaffen.“ Eins scheint jetzt schon sicher zu sein: Die Ära des Landrats Jakob Kreidl ist vorbei.

tz

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