Angebot in der Mittelstufe

Bayern führt Flexi-Jahr an Schulen ein

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Ab dem kommenden Schuljahr wird an Bayerns Schulen ein Zusatzjahr angeboten.

München - In Zukunft sollen bayerische Schüler die Möglichkeit haben, ein Zusatzjahr einzuschieben, in dem sie ihre Schwächen ausgleichen können - das Angebot löst Skepsis aus.

Mit mehr Ganztagsbetreuung und individueller Förderung starten die staatlichen Schulen in Bayern ins kommende Schuljahr. An 83 Prozent der allgemeinbildenden Schulen werde es bis zur zehnten Klasse Ganztagsangebote geben, sagte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in München. Wichtigste Neuerung an den Gymnasien ist das Flexibilisierungsjahr. Schüler der Mittelstufe können freiwillig ein Zusatzjahr einschieben, den Stundenplan um sechs Stunden reduzieren und stattdessen besondere Förderangebote nutzen.

Die Freien Wähler äußern Kritik

Jeder Schüler habe so die Möglichkeit, zu wählen, ob er das Abitur nach acht oder nach neun Jahren mache, sagte Spaenle. Für die Förderung der Schüler der staatlichen Gymnasien ist nach Ministeriumsangaben im Doppelhaushalt 2013/2014 durchschnittlich je nach Größe der Schule eine halbe Lehrerstelle geplant. Bei einer Umfrage des Ministeriums Anfang Juli hätten 55 Prozent der Gymnasien mitgeteilt, dass Schüler bereits konkretes Interesse am Flexi-Jahr angemeldet hätten.

Die Freien Wähler warfen der Staatsregierung vor, sie versuche, das unpopuläre und unbrauchbare Flexi-Jahr als Gymnasium G9 zu verkaufen. Die Partei fordert stattdessen eine Wahlfreiheit zwischen dem Abitur nach acht oder neun Jahren und will dies mit einem Volksbegehren durchsetzen. Dafür sei bereits mehr als die Hälfte der notwendigen Unterstützerunterschriften gesammelt worden, sagte der Generalsekretär der Freien Wähler, Michael Piazolo.

Der bildungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Günther Felbinger, sprach von einer Farce. „Wenn Spaenle sagt, dass jeder Schüler die Zeit erhalte, die er benötige, um sein Bildungsziel zu erreichen, dann streut er den Bürgern einfach Sand in die Augen und muss endlich einmal sagen, wie das mit einer halben Lehrerstelle funktionieren soll.“

Die Zahl der Schüler geht weiterhin zurück

Der Bayerische Philologenverband sprach von großen Anstrengungen der Politik. „Die Möglichkeit, dass jeder Schüler individuell mehr Zeit und Förderung auf dem Weg zum Abitur erhalten kann, ist eine sehr gute Sache“, sagte der Vorsitzende Max Schmidt. Wie das flächendeckend angebotene Flexi-Jahr von Schülern und Eltern angenommen und dann auch umgesetzt werde, sei aber noch unklar. Schmidt forderte zusätzlich auch mehr Angebote für Schüler mit speziellen Begabungen - „eben nicht nur für Schwächere“.

Am 12. September beginnt für etwa 1,7 Millionen Kinder und Jugendliche an den allgemeinbildenden Schulen in Bayern das neue Schuljahr. Darunter sind 108.000 Erstklässler. Damit setzt sich der Trend fort, dass die Zahl der Schüler zurückgeht. Vor einem Jahr waren es noch etwa 1,73 Millionen Kinder und Jugendliche.

dpa

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