Verzweifelte Suche nach Wanderin (38)

Gebürtige Miesbacherin in Neuseeland vermisst

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Wird in Neuseeland vermisst: Die 38-jährige Christine L. Die Frau ist in Miesbach geboren und aufgewachsen und wohnt jetzt in Aschaffenburg.

Miesbach - Seit 10. April wird eine Bayerin in Neuseeland vermisst. Die 38-Jährige soll zuletzt in einem Nationalpark unterwegs gewesen sein. Geboren und aufgewachsen ist sie in Miesbach.

Neuseeland – weiter weg lässt sich von Deutschland aus fast nicht reisen. Auf der anderen Seite des Globusses ist Herbst; es kann, wegen der Nähe zur Antarktis, hier nun auch rauher werden. Am 8. März kam die in Miesbach geborene und dort aufgewachsene Christine L. (38) in Neuseeland an, drei Wochen später, am 30. März, wurde sie zuletzt gesehen, als sie im Fjordland am Milford Sound – was auch Fjord bedeutet – eine sechsstündige Wanderung unternehmen wollte. Seither ist die Lehrerin, die in Aschaffenburg unterrichtet, verschwunden. „Wir machen uns große Sorgen um sie“, sagte ein Polizeisprecher aus dem Örtchen Te Anau auf der neuseeländischen Südinsel. „Es hat in den Bergen viel geschneit.“

Erst seit dem 10. April wissen die Behörden vom Verschwinden der Oberbayerin. An diesem Tag meldete sich ein deutscher Freund von Christine, der in Neuseeland wohnt und mit dem sie sich treffen wollte, bei den Behörden. „Sie ist nicht aufgetaucht.“ Diese Aussage löste sofort eine Suche nach der Lehrerin aus. Mit einem ersten Ergebnis: Der Honda-Kombi von Christine L. wurde auf dem Parkplatz des knapp 1300 Meter langen Homer-Tunnels, der den Fjord mit dem Ort Te Anau verbindet, verlassen entdeckt.

Suche wegen der Schneefälle schwierig

Die Überwachungskamera vor dem Tunnel nahm einen Mann auf, der sich zur selben Zeit wie die Miesbacherin am Tunnel aufhielt. Die Polizei hält es für möglich, dass er mit der Vermissten unterwegs war. Das Bild zeigt einen für mieses Wetter gewappneten jungen Mann, der einen wasserdichten Kleidersack um sich hat, erkennbar ist darauf die Abkürzung TuS, was auch Turn- und Sportverein bedeuten könnte. Ein Deutscher?

Für die Polizei ist er jedenfalls ein sehr wichtiger Zeuge: „Er könnte sich ja mit Christine darüber unterhalten haben, wohin sie so wollte. Das würde das Suchgebiet erheblich einschränken.“ Die Suche gestaltet sich wegen der Schneefälle schwierig. So konnte am Donnerstag (Neuseeland-Zeit) kein Hubschrauber aufsteigen. Man hofft auf wärmeres Wetter. „Denn der Helikopter“, so ein Polizist, „ist zurzeit die sicherste Option.“ Am Dienstag hatte eine Heli-Mannschaft in dem Gebiet zwei andere vermisste Wanderer entdeckt. Sie standen bis zu den Waden im Schnee.

Christine L. gilt als trainiert und mit den Bergen vertraut. Eine Bekannte traut ihr deswegen zu, „dass sie das durchsteht“.

Markus Christandl

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