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Fall Hanna (23): Eine Region unter Schock – Neue Details zum Tatverdächtigen

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Von: Johannes Welte

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Polizeitaucher suchten nach dem Verbrechen das Flussbett der Prien ab.
Polizeitaucher suchten nach dem Verbrechen das Flussbett der Prien ab. © Peter Kneffel/dpa

Der Tatverdächtige im Fall der getöteten Hanna soll aus der gleichen Gemeinde kommen wie das Opfer. Bisher äußert er sich nicht zu den Vorwürfen.

Fall Hanna (23): Neue Details zu mutmaßlichem Täter - er hatte sich selbst als Zeuge gemeldet

Update vom 23. November, 21.24 Uhr: Neue Details rund um den mutmaßlichen Täter der getöteten Hanna aus Aschau kommen ans Licht. Wie chiemgau24.de berichtet, handelt es sich bei dem Mann um einen 20-Jährigen, der aktuell in U-Haft sitzt. Weiter heißt es, dass er die 23-Jährige durch „äußerliche Gewalteinwirkung“ getötet haben soll. Er hatte sich als Zeuge bei der Polizei gemeldet, da er in der Tatnacht zwischen zwei und drei Uhr in der Nähe des Tatorts joggen war. Der Verdacht, dass es sich dabei um den Mörder von Hanna handelt, habe sich jetzt aus weiteren Zeugenhinweisen ergeben, heißt es weiter.

Wie die Passauer Neue Presse berichtete, soll der 20-Jährige nur einen Kilometer entfernt von Hanna gelebt haben. Aktuell gehe die Polizei von einem Einzeltäter aus.

Aschau – Man könnte meinen, in Aschau im Chiemgau herrscht Aufatmen, nachdem der mutmaßliche Mörder der Studentin Hanna (23) gefunden ist. Doch der Tatverdächtige soll ein junger Mann aus der Gemeinde sein. Es stellt sich vielen jetzt die Frage: „Ist es einer von uns?“

Fall Hanna in Aschau: Tatverdächtiger soll Opfer von Kind aus gekannt haben

Die Passauer Neue Presse berichtet, dass der Tatverdächtige, den die Polizei am Freitag festgenommen hatte, aus dem Gemeindebereich Aschau stammt – wie die Ermordete. Stefan L. (Name geändert) und das Opfer sollen sich von Kind auf gekannt haben, allerdings maximal bis zur Grundschulzeit die gleiche Schule besucht haben, denn Hanna ging auf das Gymnasium, er nicht.

Hanna war am 3. Oktober tot aus dem Flüsschen Prien geborgen worden, nachdem die 23-jährige Studentin im Club „Eiskeller“ in Aschau gefeiert hatte. Die Polizei war nach der Obduktion von einem Tötungsdelikt ausgegangen, es muss Spuren eines Kampfes oder einer Gewalttat gegeben haben.

Tatverdächtiger schweigt: Ermittlungen werden „sicher noch Monate dauern“

Nach Angaben des Pflichtverteidigers des Festgenommenen, Harald Baumgärtl, hat sich Stefan L. bislang noch nicht zum Tatvorwurf geäußert: „Er hat weder Angaben zur Person noch zur Tat gegenüber dem Haftrichter gemacht“, sagte Baumgärtl gegenüber unserer Zeitung.

Ein Jugendpsychiater soll Stefan L. untersuchen und klären, ob gegen ihn nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht verfahren wird. Prinzipiell gilt er als Heranwachsender, das sind Personen zwischen 18 und 21 Jahren. Der Psychiater wird auch klären, inwieweit der Tatverdächtige schuldfähig ist. Dass die Ermittlungen in Richtung Mord laufen, bedeutet, dass die Polizei von Vorsatz ausgeht. Über das Motiv gab es bislang keine Angaben.

Die Ermittlungen werden sich wohl noch lange hinziehen. „Das wird sicher noch Monate dauern“, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rosenheim. Derzeit werden unter anderem Datenträger und anderes Material ausgewertet, das die Fahnder bei einer Hausdurchsuchung bei Stefan L. sichergestellt haben.

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Aschau atmet auf: „Es gibt in diesem Fall nur Verlierer“

In Aschau ist die Erleichterung groß: „Die Leute haben keine Angst mehr davor, nachts durch die Straßen zu gehen“, sagt eine Aschauerin. „Allerdings ist die Tatsache, dass der Täter jemand sein soll, den viele persönlich kannten, beklemmend.“

Verteidiger Baumgärtl sagt: „Es gibt in diesem Fall nur Verlierer. Das Opfer, dessen Familie und die Familie des Tatverdächtigen, die jetzt schon stigmatisiert ist.“ (we)

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