Drohte sogar mit dem Tod

Er hatte jahrelang Hass-Briefe geschrieben: Polizei schnappt bislang unbekanntes „Phantom“ in Bayern

Über Jahre hinweg hat ein Mann aus Nürnberg zahlreiche Drohbriefe und Postkarten verschickt.
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Über Jahre hinweg hat ein Mann aus Nürnberg zahlreiche Drohbriefe und Postkarten verschickt.

Fünf Jahre lang schrieb ein Mann aus Mittelfranken zahlreiche Drohbriefe und rassistische Postkarten. Die Polizei tappte lange im Dunkeln - bis jetzt.

Nürnberg - Er bedrohte offenbar unschuldige Personen teilweise mit dem Tod. Nach jahrelanger Fahndung konnte jetzt ein 57-jähriger Mann im Landkreis Erlangen-Höchstadt festgenommen werden. Der Mann hatte offenbar zahlreiche Drohbriefe und Postkarten verschickt. Grundlage für die Auswahl seiner Opfer waren Artikel in einer mittelfränkischen Tageszeitung.

Polizei Nürnberg: Drohbriefe-Schreiber äußert sich rechtsradikal und antisemitisch

Am Freitag vermeldete die Polizei Nürnberg* den Fahndungserfolg. Das Staatsschutzkommissariat der Kriminalpolizei konnte nach fünf Jahren und über 40 Hass-Nachrichten endlich den 57-jährigen Mann ausfindig machen. Das Katz- und Mausspiel begann 2016. Ein Unbekannter begann an verschiedene Personen in Mittelfranken teils rassistische und antisemitische Briefe und Postkarten zu schicken. In den Nachrichten bedrohte er die Menschen massiv und schrieb davon, sie zu Hause aufsuchen und töten zu wollen. Außerdem zeigte er immer wieder Sympathien für rechtsradikale Attentäter.

Seine Opfer wählte er aufgrund von Zeitungsartikeln einer mittelfränkischen Tageszeitung aus. Auch die Zeitung selbst erhielt einige Drohbriefe von dem Mann. Weil es sich teilweise um sehr massive Drohungen handelte, führte die Polizei in Nürnberg* Gefährdungsanalysen zu den bedrohten Personen durch. Für einige von ihnen stellte sie sogar Personenschutz bereit. Auf den Briefen konnten die Beamten auch DNA-Spuren sicherstellen. Jedoch ergaben die Proben keinen Treffer in den polizeilichen Datenbanken, so die Kripo Nürnberg.

Nürnberg: Am Montag schnappten die Handschellen für den Drohbriefe-Schreiber zu

Weil der Mann unregelmäßig und anonym seine Briefe und Postkarten versendete, tappte die Polizei lange im Dunkeln. Sie schreibt in einer Pressemitteilung: „Der Mann blieb daher vorerst ein Phantom.“ Erst nach intensiver Ermittlungsarbeit und mit der Mithilfe der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth konnte der Wohnort des Briefeschreibers ermittelt werden. Dann dauerte es auch nicht mehr lange, bis sie den Mann selbst gefunden hatten.

Am Montag (11. Januar) stand dann die Kripo vor seiner Haustür. Mit einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Nürnberg im Gepäck verschafften sie sich Zutritt zum Haus des Verdächtigen. In der anschließenden Vernehmung gestand der 57-Jährige dann alle Taten. Eine persönliche Beziehung zu den Opfern seiner Hass-Mails Bestand zu keinem Zeitpunkt. (tel) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Einen eher kuriosen Fall hatte die Polizei im oberfränkischen Oberkotzau zu lösen. Ein Mann wurde mit über fünf Promille ins Krankenhaus eingeliefert und büxte kurze Zeit später aber wieder aus.

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