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„Du sollst nicht mit Nazis laufen“: Nürnberger Kirche setzt Zeichen gegen Corona-Demo

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Eine Kirche in Nürnberg will mit einer Plakat-Aktion gegen Rechtsextremismus bei Corona-Demos aufmerksam machen. Immer wieder kommt es zu Protesten.
Eine Kirche in Nürnberg will mit einer Plakat-Aktion gegen Rechtsextremismus bei Corona-Demos aufmerksam machen. Immer wieder kommt es zu Protesten, wie am gestrirgen Sonntag (30. Januar). © dpa

Die Nürnberger Kirche kritisiert, dass zahlreiche Rechtsextremisten die Corona-Demos unterwandern. Mit einer Plakataktion will sie jetzt ein Zeichen setzen.

Nürnberg – „Du sollst nicht mit Nazis laufen! Das ‚11.‘ Gebot“, heißt es auf einem Plakat neben dem Eingang zur Kirche St. Peter. Der evangelische Pfarrer Hans Hertel kritisiert damit die Corona*-Demonstrationen, an denen sich immer wieder zahlreiche Neonazis anschließen. Die Kirche sei ein Ort, „an dem jeder willkommen ist und jeder seine Meinung haben darf“, sagt Hertel im Interview mit nordbayern.de. Rechtsextremismus sei hier aber eindeutig fehl am Platz. 

Rund 4.000 Menschen hatten sich am Sonntag (30. Januar) auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände versammelt, um gegen die Corona-Politik zu demonstrieren. Hertel ist der Meinung, dass hinter dem gewählten Datum mehr steckt, heißt es in dem Bericht. Am 30. Januar feierten die Nationalsozialisten nämlich die Machtergreifung. Adolf Hitler wurde an diesem Tag zum Reichskanzler ernannt.  

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Nach Nürnberger Corona-Demos: Kirche macht sich für die Südstadt stark 

Hertel beklagt, dass sich in der Nürnberger Südstadt immer wieder Rechtsextreme versammeln. Im Gespräch mit nordbayern.de verweist er unter anderem auch auf die „Spaziergänge” des Nürnberger* Pegida-Ablegers „Nügida” vor ein paar Jahren. Den Banner habe er daher mit Absicht so platziert, dass ihn alle Passanten gut sehen können. 

Weitere Plakate seien bereits in Arbeit, hat Dekanin Britta Müller nordbayern.de erklärt. Einige Pfarrerinnen und Pfarrer aus Nürnberg hätten sich bereits zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen, um sich für die Südstadt starkzumachen. Gemeinsam wollen sie laut Müller ein Zeichen gegen Rechts setzen. „Wir wollen unsere Augen nicht verschließen“, betont die Dekanin. Wer an einer Corona-Demo teilnimmt, sollte sich ihr zufolge auch klarmachen, mit wem dort zusammen marschiert werde. Würden Neonazis mitlaufen, werde eine Grenze überschritten.  *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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