Schmerzgrenze erreicht

Das Klinikum Nürnberg vermeldet steigende Corona-Zahlen – Patienten werden immer jünger

Coronavirus in Deutschland: In der dritten Welle  - Städtisches Klinikum Dresden
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Das Klinikum Nürnberg sorgt sich um den Anstieg an Corona-Infizierten auf den Intensivstationen. (Symbolbild)

Das Klinikum Nürnberg berichtet von einer hohen Auslastung der Intensivstationen. Die Zahl der Corona-Erkrankten steigt derzeit an. 

Nürnberg - Die Zahl der am Coronavirus* erkrankten Menschen steigt wieder, auch die Verläufe bei jüngeren Patienten werden schwerer. Die dritte Welle der Corona-Pandemie bereitet dem Klinikum Nürnberg große Sorge, teilt das Klinikum in einer Presseinformation mit. Hinzu käme, dass Patient:innen immer häufiger sofort auf der Intensivstation versorgt werden müssten. Die Kapazitäten zur Behandlung anderer Notfälle werden zunehmend eng.

Das Klinikum Nürnberg*, das in Nord und Süd aufgeteilt ist, schlägt Alarm und warnt vor Sorglosigkeit. Stand heute liegen 102 Covid-19-Patient:innen im Klinikum Nürnberg, davon werden 28 mit schweren Verläufen auf den Intensivstationen an den Standorten in Nord und Süd behandelt, heißt es in der Meldung.

„Die Zahlen haben sich im Lauf von nur zwei Wochen um rund 25 Prozent gesteigert“, fasst Prof. Dr. Achim Jockwig, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Nürnberg, zusammen. „Corona ist noch nicht vorbei, deshalb dürfen wir bei den Vorsichtsmaßnahmen, also den Hygieneregeln und der Reduzierung von Kontakten, nicht nachlassen. Zusätzlich brauchen wir kluge Testkonzepte. Nur so können wir die dritte Welle klein halten.“

Nürnberg: Immer mehr junge Patienten und Patientinnen werden eingeliefert

Oberarzt Dr. Arnim Geise, Bereichsleitung Internistische Intensivmedizin Klinikum Nürnberg Nord, berichtet, dass immer öfter jüngere Patienten eingeliefert werden würden, die quasi sofort auf der Intensivstation landen. „Im Unterschied zur ersten und zweiten Welle hat sich der Altersdurchschnitt unserer Patienten deutlich nach unten verschoben – auf 64 Jahre“, sagt Geise. „Die Patienten liegen bis zu acht Wochen bei uns, sodass die Zahl der freien Intensivbetten sinkt.“ Vor dem sinkenden Alter der Patienten hatten die Mediziner in Nürnberg schon vor zwei Wochen gewarnt.

Auch Prof. Dr. Stefan John, Leiter der Abteilung Interdisziplinäre Intensivmedizin Klinikum Nürnberg Süd, erzählt von auffällig steigenden Zahlen. „Im März hatten wir drei Patienten auf der Intensivstation, heute sind es dreizehn“, so John. Sicher könne man die Zahl der Intensivbetten aufstocken, dafür brauche es aber genügend qualifiziertes Intensivpflege-Personal. „Für eine Rundum-Versorgung von zwei Covid-19-Patienten auf der Intensivstation benötigen wir im Schnitt 5,5 Pflegekräfte. Diese können wir nur aus anderen Bereichen abziehen, indem wir OP-Kapazitäten herunterfahren“, erklärt Geise.

An beiden Standorten in Nürnberg bedeutet das: Es gibt weniger Kapazitäten für andere Notfall-Patienten, die mit einem Tumor, Schlaganfall oder Herzinfarkt ins Klinikum Nürnberg kommen.

Nürnberg: 90 Prozent der Corona-Fälle macht die britische Virusmutation aus

Mittlerweile ist die britische Virusmutation auch in Nürnberg angekommen. Die Virusvariante B.1.1.7 ist laut Prof. Dr. Jörg Steinmann, Ärztlicher Leiter des Instituts für Klinikhygiene, Medizinische Mikrobiologie und Klinische Infektiologie, Anfang Februar nur in etwa fünf Prozent aller Fälle nachgewiesen worden. „Heute liegen wir bei über 90 Prozent“, so Steinmann. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie am Klinikum Nürnberg 2018 Patient:innen behandelt, die an Covid-19 erkrankten. Auf der Intensivstation wurden seitdem 341 Menschen versorgt. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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