Die Mutter fiel aus allen Wolken

Keine Behandlung ohne negativen PCR-Test: Arztpraxis nimmt krankes Kind nicht dran

Eine Arztpraxis in Nürnberg hat die Behandlung eines zwölfjährigen kranken Mädchens abgelehnt. Sie wollte vorab einen negativen PCR-Test sehen. 

Nürnberg – Eine Arztpraxis in Nürnberg* hat sich geweigert, ein krankes Kind ohne negativen PCR-Test zu behandeln. „Meine Tochter hatte am Morgen in der Schule noch einen Corona-Schnelltest* gemacht, der negativ war“, sagte die Mutter im Gespräch mit nordbayern.de. Die Schule habe angerufen und ihr mitgeteilt, dass ihre zwölfjährige Tochter Hals- und Ohrenschmerzen habe und am Unterricht nicht weiter teilnehmen könne. Daraufhin habe die Mutter einen HNO-Arzt angerufen, um kurzfristig einen Termin für ihr Kind zu vereinbaren.  

Nürnberger Arztpraxis lehnt Behandlung eines kranken Kindes ohne PCR-Test ab 

Eine Arztpraxis hat eine krankes Mädchen abgelehnt, da es keinen PCR-Test vorweisen konnte. (Symbolbild)

Die Praxis teilte jedoch mit, dass das Kind nur mit einen negativen PCR-Test zum Arzt dürfe. Daraufhin habe die Mutter zwei weitere Praxen konsultiert, aber auch diese hätten die gleiche Forderung gestellt.  
„Mein Kind ist krank und bekommt keine ärztliche Hilfe, das ärgert mich wahnsinnig“, fügte die Nürnbergerin hinzu. Es ginge ihr ums Prinzip. „Mit welchen Symptomen darf ich denn zum Arzt gehen?“ Die Prozedur eines PCR-Tests und das anschließende Warten auf das Ergebnis wollte sie ihrer Tochter nach eigener Aussage ersparen. 

Nürnberg: Arztpraxis handelt nicht rechtens 

Laut des bayerischen Gesundheitsministeriums ist ein negativer PCR-Test für einen Arztbesuch nicht verpflichtend. „Für Praxen, in denen medizinische, therapeutische und pflegerische Leistungen erbracht werden oder medizinisch notwendige Behandlungen angeboten werden, gilt: Ein Testnachweis muss nicht vorgelegt werden“, heißt es auf der Website der Behörde.

 Im Fall des zwölfjährigen kranken Mädchens erklärt eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums: „Die Abweisung von Patienten, die keinen negativen PCR-Test vorweisen können, ist […] im Einzelfall nur dann vorstellbar, wenn trotz aller ergriffenen Schutzmaßnahmen eine unvertretbare Gefährdung für die Ärztinnen und Ärzte, die Praxismitarbeiterinnen und -mitarbeiter oder andere Patientinnen und Patienten besteht.“ Eine Forderung eines negativen PCR-Tests sei daher nicht ohne Weiteres möglich. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © Irina Heß/imgao

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