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Trotz befürchteter Energiekrise: OB König will Chef der Nürnberger Stadtwerke überraschend feuern

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Von: Nikolas Pelke

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Hasler Nürnberg
Josef Hasler, Top-Manager für Gas und Strom. © Torsten Hönig / N-Ergie

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) will mit Josef Hasler den städtischen Top-Manager für Gas und Strom trotz der befürchteten Energiekrise kurz vor dem nahenden Herbst feuern.

Nürnberg - Während die Republik auf eine Gas- und Energiekrise zusteuert, will <em>Nürnbergs</em> Oberbürgermeister Marcus König (CSU) seinen wichtigsten Strom- und Gasmanager bei den Stadtwerken entlassen. Josef Hasler soll auf Wunsch von König seine Vorstandsposten bei den Stadtwerken räumen. Hasler ist gleichzeitig auch Chef des dem kommunalen Energieversorgers N-Ergie und der städtischen Verkehrsbetriebe VAG.

Nürnbergs OB König will sich zu den Hintergründen nicht äußern

„Zu den Gründen äußere ich mich öffentlich nicht“, teilte der Oberbürgermeister am Donnerstag auf Anfrage mit. Offensichtlich will König das Ausscheiden des Vorstandschefs einvernehmlich lösen. Zu den möglichen Auswirkungen der heiklen Personalentscheidung bleibt König ebenfalls relativ unpräzise.

Hasler N-Ergie
Vorstand mit Hasler in der Mitte Nergie Torsten Hönig.jpg © Torsten Hönig / N-Ergie.

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König sehe den kommunalen Energieversorger auch ohne Hasler an der Spitze durch die beiden weiteren Vorstandsmitglieder Magdalena Weigel und Maik Render „sehr gut“ aufgestellt. Weigel ist für Personal im Vorstand zuständig. Render kümmert sich im Vorstand um den Vertrieb. Diese Begründung dürften Beobachter durchaus bemerkenswert finden. Schließlich ist Hasler im letzten Jahrzehnt der städtische Top-Manager für Energie und Verkehr in der Frankenmetropole gewesen.

Nürnberg: Josef Hasler war bayernweiter Top-Verdiener

Die Bedeutung von Hasler haben viele Insider nicht zuletzt an den üppigen Bezügen des plötzlich offensichtlich in Ungnade gefallenen Vorstandschefs festgemacht. Immer wieder hatte Hasler als Top-Verdiener für Schlagzeilen gesorgt. Im Jahr 2013 wurde Hasler beispielsweise zum absoluten Spitzenverdiener unter den bayerischen Energiemanagern gekürt. Sogar noch mit deutlichem Abstand vor seinem Kollegen aus der Landeshauptstadt in München.

Wegen guter Managementleistungen genehmigte die Stadt ihrem „Mr. Nergie“ ein Jahr später unter Ex-Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) obendrein eine ordentliche Lohnerhöhung um knappe zehn Prozent auf rund 550.000 Euro pro Jahr.

OB König will Chef der Nürnberger Stadtwerke überraschend entlassen

Auf Anfrage will sich der städtische Energieversorger selbst übrigens nicht zum geplanten Aus von Hasler äußern. Stattdessen bittet ein Sprecher am Donnerstag kurzsilbig um Verständnis, dass „wir uns dazu nicht äußern“ werden.

Hinter den Kulissen dürfte es rund um das Rathaus derweil wohl fast kein wichtigeres Thema als die spektakuläre Personalentscheidung geben. Laut gut informierten Kreisen hätte König schon vor mindestens einer Woche beschlossen, den 58-jährigen Hasler von seinen vielen Aufgaben und wichtigen Funktionen zu entbinden. Über die genauen Modalitäten der Entlassung soll offensichtlich noch verhandelt werden.

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