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Nürnberger Gastronom fordert vor Gericht Schadenersatz für Lockdown-Einbußen – und verliert

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Gerichtshammer
Ein Nürnberger Restaurantbetreiber wollte vor Gericht Schadensersatz für die Corona-Einbußen einklagen - verlor jedoch. (Symbolbild) © Uli Deck/dpa

Michael Höllerzeder musste sein Nürnberger Restaurant im Corona-Lockdown schließen. Jetzt forderte der Wirt vor Gericht Geld für seine Einbußen – und verlor.

Nürnberg – Wie bei den meisten Gastronomie-Betrieben führte der Corona*-Lockdown auch bei Michael Höllerzeder und seiner Albrecht-Dürer-Stube zu hohen Einbußen. Der Wirt des Familienbetriebs forderte vor Gericht nun Geld von seiner Versicherung – und zog den Kürzeren. Michael Höllerzeder ist „fassungslos“.

Nürnberg: Wirt forderte 42.000 Euro

Der Nürnberger* forderte im Prozess vor dem Oberlandesgericht 42.000 Euro für die monatelange behördliche Schließung seines Restaurants. Höllerzeder führt den Familienbetrieb in dritter Generation. Zunächst hatte er eine Zahlung von seiner Versicherung gefordert, die lehnte jedoch ab, und so zog er vor Gericht.

Das Oberlandesgericht in Nürnberg entschied am Montag (25. Oktober) gegen den Gastronomen und zugunsten des Versicherers. Das Gerichtsurteil stößt ihm sauer auf: Er beklagt gegenüber inFranken.de eine „uneinheitliche Rechtsprechung“. Laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur hatten zahlreiche Gastronomen bundesweit Klagen gegen Versicherer eingereicht – mit unterschiedlichem Ausgang.

Nürnberg: Wirt fühlt sich im Stich gelassen

Michael Höllerzeder erklärt gegenüber inFranken.de, dass er vor etwa einem Jahrzehnt eine Betriebsschließungsversicherung bei seinem Versicherer abgeschlossen habe. In dieser sei das Infektionsschutzgesetz samt einer Reihe von Krankheiten explizit angeführt, ohne entsprechenden Corona-Verweis natürlich.

Höllerzeder fühlt sich von seiner Versicherung im Stich gelassen. Er sei seit 50 Jahren Kunde bei dem Unternehmen. „Also seit meiner Geburt.“ Vom Unternehmen sei ihm lediglich angeboten worden, 15 Prozent der bei Betriebsschließung vereinbarten Tagessätze ersetzt zu bekommen. Hierfür hätte er gleichwohl im Gegenzug auf „alle Ansprüche“ verzichten müssen. Das hatte der Wirt mit Blick auf seine Versicherung abgelehnt. Sein Fazit: „Es ist und bleibt der Kampf David gegen Goliath in gewisser Weise. Und diesmal hat leider der David verloren.“ *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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