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Gymnasiast (17) verweigert Corona-Tests: Kurz vor Abitur droht Rausschmiss - doch sein Anwalt sieht Chancen

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Von: Klaus-Maria Mehr

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In bayerischen Schulen herrscht Testpflicht. Diese verweigert Leon (17) aus Nürnberg konsequent. Nun droht ihm der Rausschmiss.
In bayerischen Schulen herrscht Testpflicht. Diese verweigert Leon (17) aus Nürnberg konsequent. Nun droht ihm der Rausschmiss. © Luka Dakskobler/Imago

Leon (17) soll eigentlich dieses Schuljahr Abitur machen. Doch die Schule droht ihm mit Rausschmiss, weil er hartnäckig den Corona-Test verweigert. Sein Anwalt sieht den Schüler im Recht.

Nürnberg - Leon hat keinen „Bock drauf, das mitzumachen“, sagt er gegenüber inFranken.de. Er findet die Corona*-Testpflicht übertrieben und müsse doch nicht regelmäßig beweisen, dass er gesund sei und sich ein Stäbchen in die Nase rammen lassen. Leon unterliegt der Testpflicht, weil er nicht gegen Corona geimpft ist. Der Gymnasiast aus Schwabach bei Nürnberg* setzt für seinen Kampf gegen die Corona-Tests sein Abitur auf Spiel, das er eigentlich kommendes Jahr in der Tasche haben will.

Gymnasiast Leon (17) will sich nicht auf Corona testen lassen - Schule droht mit Rauswurf

Doch seit Beginn des Schuljahrs bleibt er zuhause. Von seinen Lehrern habe er seitdem nichts gehört. Einzelne Schüler versorgten ihn mit Schulmaterial. Mehrere Klausuren habe er bereits verpasst, weil auch für diese Tests eine Testpflicht gilt. „Ich hänge massiv hinterher und habe eine riesige Bildungslücke“, sagt er gegenüber inFranken.de. Doch Leon bleibt bei seinem Widerstand. Schon die Maskenpflicht am Sitzplatz hat er „lächerlich“ gefunden. Doch die habe er noch mitgemacht. Wenn er nun bei den Tests nachgebe, so seine Angst, „machen die irgendwann die Zwangsimpfung“.

Leon nimmt nicht am Unterricht teil: „Ich hänge massiv hinterher und habe eine riesige Bildungslücke“

Die meisten Mitschüler und Lehrer haben kein Verständnis für den 17-Jährigen im Schwabacher Adam-Kraft-Gymnasium. Wieso er sich nicht gegen Corona impfen lassen will, obwohl er damit bekanntermaßen das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs für sich deutlich minimieren und das Ansteckungsrisiko für seiner Mitschüler und Familie deutlich minimieren würde, sagt er nicht.

Leon drohen jedenfalls harte Maßnahmen. Bis zu den Herbstferien hat das bayerische Kultusministerium ihm und anderen Schülern in Bayern, die sich weder regelmäßig testen, noch impfen lassen wollen, eine Frist eingeräumt. Diese ist bereits abgelaufen. Die Schulen können nun über einen Disziplinarausschuss Strafmaßnahmen bis hin zum Rausschmiss verhängen. Schulpflicht besteht für Leon nicht mehr, da er bereits seine neun verpflichtenden Schuljahre absolviert hat. Doch wenn Leon länger vom Präsenzunterricht fernbleibt, kann die Schule das als Austrittserklärung werten und das Schulverhältnis kündigen. Genau das hat der Schulleiter laut bild.de Leon bereits schriftlich angedroht. Leon würde dann gar nicht mehr kommen dürfen und auch sein Abitur könnte er am Adam-Kraft-Gymnasium nicht mehr machen. So zumindest die Rechtsauffassung von Schule und Kultusministerium.

Corona-Testpflicht an Schulen: Leons Anwalt sieht den Schüler im Recht

Leons Anwalt, den ihm seine Mutter organisiert hat, sieht das anders. Mario Bögelein aus Forchheim vertritt nicht nur Leon in Klagen gegen Corona-Maßnahmen. Bögelein sieht die Coronatests in den Schulen als freiwillig an und leitet daraus ab, dass, wer sich nicht testen lassen will, die Möglichkeit auf Distanzunterricht haben muss. Man sei nun „mit der Schule in Kontakt getreten“ und fordere „Klarheit, wie der Rausschmiss juristisch begründet wird“, sagt der Rechtsanwalt gegenüber inFranken.de. Der Ausgang des Streits ist nicht bekannt. Aktuell fragt unsere Redaktion bei Anwalt Bögelein nach dem Stand des Verfahrens und wartet auf eine Antwort. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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