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Nürnberg reicht es: Das will die Frankenmetropole gegen den Spielhallen-Wahnsinn in der Südstadt machen

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Jemand füllt einen Wettschein aus.
Wettbüros gibt es in Nürnberg einige. Der Stadt reicht es jetzt. (Symbolbild) © Oliver Krato/dpa

In der Nürnberger Südstadt nimmt die Zahl der Spielhallen und Wettbüros überhand. Die Stadt will stärker dagegen vorgehen und ändert deshalb Bebauungspläne.

Nürnberg – 128 Spielhallen und Wettbüros gibt es in Nürnberg* – so viele wie in keiner anderen bayerischen Stadt. Die meisten davon befinden sich südlich des Hauptbahnhofs*. Das Gebiet ist dicht bebaut, die Zahl der Arbeitslosen besonders hoch. Das Überangebot an Spielhallen verschärft dort soziale Spannungen, wie eine Bestandsaufnahme des Stadtplanungsamts zeigt. Die „Konfrontation mit Spielmöglichkeiten auf allen täglichen Wegen“ stelle eine extreme Belastung dar, heißt es in der Untersuchung. 

Nürnberg: Stadt beschränkt Spielstätten auf bestimmte Straßen

Dagegen will die Stadt nun vorgehen und hat dafür sie die Bebauungspläne in den Gebieten „Südstadt-Ost“ und „Südstadt-West“ abgeändert, berichtet Nordbayern.de. Im Osten der Südstadt sind Spielhallen und Wettbüros künftig nur an der Scheurlstraße, der Allersberger Straße und der Pillenreuther Straße zugelassen. Im Westen gilt das Gleiche für die Gugelstraße, Bahnanlage, Karl-Bröger-Straße, Pillenreuther Straße und die Frankenstraße. In allen anderen Teilen der betroffenen Gebiete sind Spielhallen und Co. in Zukunft nicht mehr erlaubt. Die Maßnahme soll die Position der Stadt gegenüber den Zockertreffs stärken. Sie betrifft allerdings nur Spielstätten, die neu gebaut werden. Bestehende Etablissements genießen Bestandsschutz.

Nürnberg: Viele Wettbüros sind nicht genehmigt 

Wird das reichen, um die Spielhallenflut einzudämmen? SPD-Stadtrat Gerald Groh hofft es gegenüber Nordbayern.de, sieht aber immer noch Probleme. Viele Betreiber von Wettbüros hätten gar keine Genehmigung für ihren Laden. Entsprechende Klageverfahren seien jedoch langwierig und würden von den Betreibern oft mit einem Trick umgangen: Sie warten bis kurz vor der Urteilsverkündung, schließen dann ihr Geschäft und eröffnen es später unter einem anderen Namen wieder.

Groh wünscht sich deshalb, dass der Freistaat Bayern schärfere Maßnahmen zuließe. In einem Vergnügungsstättenkonzept hatte die Stadt Nürnberg etwa vorgesehen, dass zwischen zwei Spielstätten künftig 250 Meter Abstand liegen müssen. Das Vorhaben sei jedoch am Glücksspielstaatsvertrag gescheitert. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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