Im Nürnberger Auktionshaus

Hitlers ­rätselhafte Nackte wird versteigert

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Hitlers Werk "Damenakt" gehört zu den Bildern, die in Nürnberg versteigert werden.

Nürnberg - Das Nürnberger Auktionshaus versteigert wieder Bilder von Adolf Hitler. Die Motive reichen von Schloss Neuschwanstein bis hin zu einer nackten Frau. Für die Werke des Diktators werden hohe Summen aufgerufen.

Vor sieben Monaten erzielte das Hitler-Bild Standesamt München bei einer Versteigerung den Preis von 130 000 Euro. Seither werden dem damals eingeschalteten Auktionshaus Weidler in Nürnberg weitere Werke des Tyrannen angeboten. „Sie stammen von Privatleuten, kommen aus Auflösungen und Nachlässen“, sagt Kathrin Weidler. Besitzer sind Deutsche und auch Ausländer. Ab kommenden Donnerstag werden wieder Bilder von Adolf Hitler in Nürnberg versteigert, diesmal sind es 14 Stück. Neben einer Ansicht von Königsschloss Neuschwanstein mit dem Titel Neu Schwanstein ist eine Rötelzeichnung bemerkenswert: Sie heißt Damenakt und zeigt logischerweise eine nackte Frau. Das Bild, das für 5500 Euro aufgerufen werden soll, ist nur 17,50 Zentimeter breit und 25 Zentimeter hoch. Doch welche junge Frau stand Hitler hier Modell? Oder fantasierte er sich nur einen weiblichen Körper zusammen?

Das Jahr der Entstehung kann 1918 gewesen sein, aufgrund der Lesbarkeit der Zahlen könnte es aber auch zehn Jahre zuvor gezeichnet worden sein. Damals war Adolf Hitler zwar erst 19 Jahre alt, dennoch hatte er sich da schon – erfolglos – für ein Kunststudium an der Allgemeinen Malerschule der Wiener Kunstakademie beworben. In dieser Zeit kopierte er Ansichtskarten, fertigte Aquarelle und gab sich als akademischer Maler aus.

Gegen das rechts unten genannte Datum 1918 spricht, dass Hitler zu dieser Zeit Soldat im Ersten Weltkrieg war: Er war eingesetzt bei der deutschen Frühjahrsoffensive 1918 und in der zweiten Schlacht an der Marne. Allerdings könnte es auch sein, dass er das Bild in einem Unterstand zeichnete, wo er nach Aussagen der Kameraden „stundenlang lesend, nachdenkend oder malend in einer Ecke saß“.

Kerstin Weidler, Kathrin Weidlers Schwester, spricht von rund zehn Akten im 800 Bilder starken Werksverzeichnis von Adolf Hitler. „Beim vorliegenden, einfarbigen Bild könnte es sich auch um eine reine Studie handeln.“ Ein Argument für diese These: „Es ist kein Gesicht zu sehen.“

Und ob nun das Herkunftsjahr 1908 oder 1918 ist – die unbekannte Nackte kann weder Eva Braun noch Hitlers Nichte Angela „Geli“ Raubal sein, mit der er ein Verhältnis gehabt haben soll. Beide Frauen waren schließlich selbst 1918 noch Kinder, Braun sechs-, Raubal zehn Jahre alt. Von ihr, die sich in Hitlers Wohnung am Münchner Prinzregentenplatz erschoss, existiert allerdings tatsächlich eine Aktstudie, sie zeigt eine 21-jährige Geli. Doch wer diese Skizze machte, wurde nie geklärt. Zwei Jahre später war Geli Raubal tot.

Markus Christandl

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