Umstrittene Migranten-Äußerung

Bund-Naturschutz-Chef nach Eklat zurückgetreten

 Nürnberg - Der Vorsitzende des Bundes Naturschutz (BN) in Nürnberg, Günther Raß, ist nach umstrittenen Äußerungen in der BN-Mitgliederzeitschrift „Mauersegler“ zurückgetreten.

Der Vorsitzende des Bundes Naturschutz (BN) in Nürnberg, Günther Raß, ist nach umstrittenen Äußerungen in der BN-Mitgliederzeitschrift „Mauersegler“ zurückgetreten. Im Vorwort der Januarausgabe hatte Raß den Zuzug von Migranten für den Flächenverbrauch verantwortlich gemacht. Die Äußerungen hatten für Proteste gesorgt.

„Migranten sollen und wollen sich auch bei uns in Nürnberg wohlfühlen. Doch schnell sind wir bei einem Problem“, schrieb Raß in der Zeitschrift. Die Natur profitiere nicht vom Zuzug. Neuer Wohnraum werde auf Kosten von Naturflächen geschaffen. „Wie viele Migranten/Ausländer verkraften wir? Wie viel Platz ist noch in Deutschland“, fragte Raß in dem Beitrag.

„Wir sind schockiert über die Wortwahl“, teilte der Nürnberger BN nach dem Rücktritt von Raß mit. Man sei sich jedoch sicher, dass Raß dem rechten Spektrum in keinster Weise zugeordnet werden könne. Raß habe sich auch entschuldigt, heißt es in der Erklärung. Die aktuelle Ausgabe des „Mauerseglers“ ist nicht mehr auf der Internetseite des BN abrufbar.

Raß, der vor fünf Jahren zum Nürnberger BN-Chef gewählt wurde, bezeichnete seine Verknüpfung von Zuwanderung und Umweltschutz in dem umstrittenen Beitrag als „gefährliche Diskussion“, die niemand in den falschen Hals bekommen solle.

Die Mitglieder der Allianz gegen Rechtsextremismus der Metropolregion Nürnberg, ein Zusammenschluss von Kommunen und Vereinen in der Region, lehnten wegen des Artikels einen Mitgliedsantrag der Nürnberger BN-Kreisgruppe ab. Die angestrebte Allianz-Mitgliedschaft hatte der BN-Chef in seinem Beitrag als Beispiel dafür genannt, wie sich der Nürnberger BN für eine aktive Teilhabe der Migranten einsetze.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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