245 Pflanzen in einem Haus

Professionelle Aufzucht für Marihuana entdeckt

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Die professionelle Marihuana-Aufzuchtanlage in Oberau.

Oberau - Wahnsinn! Die Polizei ist in einem Haus in Oberau auf eine Aufzuchtanlage für Marihuana gestoßen. Der Verdächtige entwickelte ein ausgeklügeltes System. Das Bundeskriminalamt stellte die Pflanzen sicher. Der 52-Jährige wurde verhaftet.

Das war selbst für erfahrene Beamte der Kriminalpolizei in Garmisch-Partenkirchen überraschend. Sie hatten damit gerechnet, dass ein 52-Jähriger in einem freistehenden Einfamilienhaus in Oberau Cannabispflanzen anbauen würde. Deshalb starteten sie bereits am vergangenen Donnerstag eine Durchsuchung.

Die Ermittler entdeckten dann eine große und professionell ausgebaute Aufzuchtanlage für Marihuana, die sich über das gesamte erste Obergeschoss erstreckte. Das überraschte selbst sie.

Polizei baut Hanfplantage ab

Bilder: Polizei baut Hanfplantage ab

Für die Aufzucht der Pflanzen hatte der Beschuldigte ein komplexes Belüftungssystem entwickelt, das unter anderem durch das Treppenhaus verlief. Außerdem setzte er 15 Hochleistungslampen mit 400 bis 600 Watt ein.

Der 52-Jährige zeigte den Ermittlern bereitwillig seine Anlage. Die Polizei nahm den 52-Jährigen danach vorläufig fest. Nach einer Rücksprache mit einem Anwalt machte er von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Gegen ihn erließ das Amtsgericht München Haftbefehl.

Die Kriminalpolizei übergab die Ermittlungen an die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER - Südbayern) des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) und des Zollfahndungsamtes München.

Die Größe der Anlage machte es nach Angaben des LKA notwendig, das Anwesen zu versiegeln. Erst mit Unterstützung der Tatortgruppe des Bundeskriminalamtes (BKA) begann Anfang dieser Woche dann die Sicherstellungen der Utensilien und der Pflanzen. "Die gesamten polizeilichen Maßnahmen vor Ort dauerten mehr als zwei Tage", berichtet ein Sprecher des LKA.

Insgesamt handelt es sich um 245 Marihuanapflanzen mit einer Höhe von rund eineinhalb Metern. Nach einer ersten Einschätzung von Sachverständigen hätten sie pro Ernte 12 bis 17 Kilogramm Marihuana ergeben. "Eine derartige Ernte wäre dreimal im Jahr möglich gewesen", schildert ein LKA-Sprecher.

Die Pflanzen hatten bei der Sicherstellung ein Gesamtgewicht von mehr als 70 Kilogramm.

Außerdem fanden die Ermittler neben einer Vielzahl von Eimern, Tüten, Einweggläsern und Plastikdosen mit Marihuana auch noch 800 Gramm frisch geerntetes Rauschgift und 6000 Euro Bargeld.

Matthias Holzapfel

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