Eichstätts dritter Bürgermeister unter Opfern

Oberbayern sterben bei Angelausflug

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Der BRK-Kreisgeschäftsführer Erwin Rudolph (l.) und Eichstätts dritter Bürgermeister Max Pfuhler. Das Boot vom Typ Aquasport trieb kieloben.

Oslo - Max Pfuhler, der dritte Bürgermeister von Eichstätt brach am Donnerstag mit zwei Freunden zum Angeln nach Norwegen auf. Dort sind die drei Oberbayern bei einem Bootsunglück ums Leben gekommen.

Sie brachen am Donnerstag von Bayern aus zum Angeln auf, rauf nach Norwegen – Hochseefischen! Max Pfuhler (59), der dritte Bürgermeister von Eichstätt, und seine Angelfreunde Erwin Rudolph (55), der aus Eichstätt stammt und nun in Donauwörth lebte, sowie Joachim P. Dieser war, wie Pfuhler, Mitglied im heimischen Angelverein. Die drei Männer mieteten sich in Gjesvaer am Nordkap am Samstag ein Boot, um hinauszufahren und zu fischen. Doch von dem Angeltrip kamen sie nicht mehr lebend zurück. Die drei Spezln ertranken im eiskalten Wasser, nachdem ihr Boot gekentert war und kieloben in den Wellen schaukelte.

Was draußen im Nordmeer passiert ist, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Die See soll unruhig gewesen sein, Berichte sprechen auch von Regenschauern. Doch sonst sei das Wetter gut gewesen, nur die Sicht hätte besser sein können. Weitere Norwegen-Reisende aus der Gruppe blieben an Land. Am frühen Abend machten sie sich Sorgen, weil die drei Männer immer noch nicht zurück waren. Die Kameraden alarmierten die Polizei. Diese veranlasste umgehend eine groß angelegte Suche nach den vermissten Oberbayern, bei der auch zwei Hubschrauber und zwei Schiffe eingesetzt wurden. Dabei wurde das verschollene Boot schnell gefunden. Die Angler trieben im Wasser. Sie wurden noch ins Krankenhaus nach Hammerfest geflogen, dort konnte man den drei Freunden aber nicht mehr helfen.

SPD-Politiker Pfuhler hinterlässt laut Eichstätter Kurier seine Frau und drei erwachsene Kinder. Erwin Rudolph war laut Augsburger Allgemeine seit 1978 aktives Mitglied beim Bayerischen Roten Kreuz und bis 1984 als Rettungssanitäter beim Kreisverband Eichstätt. Anschließend wurde er Geschäftsführer im Kreisverband Nordschwaben. Auch er war Familienvater.

Die Behörden versuchen, die Hintergründe des Unglücks herauszufinden. Man arbeite mit Hochdruck an der Aufklärung. Die drei Eichstätter waren jedes Jahr nach Norwegen gefahren. Sie galten demnach als erfahrene Hochseeangler. Ein Bekannter erklärte gegenüber dem Eichstätter Kurier: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Pfuhler und seine Mitfahrer sich unvorsichtig verhalten haben. Außerdem hätte die dortige Hafenmeisterei bei schlechtem Wetter nicht zugelassen, dass sie rausfahren.“

Das Boot, in dem die drei Freunde kenterten, befindet sich derzeit an Land und wird von der Polizei unter die Lupe genommen. Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen, es kommt aber auch ein „normaler“ Unfall infrage.

mc

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