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Brauner Spuk in Halsbach zu Ende

Oberbayern wehrt sich gegen Neonazis

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Eine Demo in Halsbach

Halsbach - Am Mittwoch wurde der frühere Gruberwirt in Halsbach im Kreis Altötting , den Neonazis seit 2007 regelmäßig als Treffpunkt nutzten, am Amtsgericht in Mühldorf versteigert. Ist der braune Spuk vorbei?

Den Zuschlag erhielt der Seniorchef einer Landmaschinenfirma, die unmittelbar an das Gasthausareal grenzt. Bieter aus rechten Kreisen waren bei der Versteigerung nicht anwesend.

In dem Dorf, das sich seit Jahren immer wieder gegen unerwünschte Besucher aus dem braunen Milieu zur Wehr gesetzt hat, herrschte am Mittwoch Riesenerleichterung: „Super, ganz gut, toll“, sagte Schauspieler und Regisseur Martin Winklbauer, als er mitbekam, wer bei der Versteigerung den Zuschlag erhalten hatte. „Das war das Beste, was passieren konnte.“ Bei der von ihm veranstalteten Waldweihnacht, zu der alljährlich 70 000 Besucher in den Ort kommen, hatten Neonazis vor Weihnachten noch Propagandamaterial verteilt.

Beim Gruberwirt hatten sich Neonazigrößen wie Norman Bordin oder Martin Wiese die Klinke in die Hand gegeben. Obwohl die Gemeinde alle rechtlichen Mittel ausschöpfte und Konzerte und Veranstaltungen durch hohe Auflagen zu verhindern suchte, gelang es den Neonazis immer wieder, Schlupflöcher in den Gesetzen zu nutzen. So gründeten sie Anfang 2012 einen Verein und deklarierten den Gruberwirt zum Vereinslokal und nannten es zynisch Haus der Kultur- und Meinungsfreiheit. Damit waren Veranstaltungen der Szene nicht mehr genehmigungspflichtig. Schließlich griff ein für den Gruberwirt als Insolvenzverwalter bestellter Anwalt ein. Er ließ Schlösser auswechseln und verwehrte so den Neonazis den Zutritt.

Die Angst ist jetzt erstmal weg aus Halsbach, nachdem Landmaschinenhändler Johann Obermaier für 325 000 Euro den Zuschlag erhalten hat. Was jetzt mit dem Gruberwirt passieren wird, das ist noch unklar. „Wir haben noch keine Pläne“, sagte Johann Obermeier junior. Für ihn und den Vater sei wichtig gewesen, dass wieder Ruhe einkehre.

Das wünschen sich auch die Bürger von Au in der Hallertau. Dort sorgt ein Laden für Unruhe, in dem es bei Neonazis beliebte Kleidung zu kaufen gibt (tz berichtete). Nun hat es ein Treffen zwischen örtlichen Politikern und Initiativen gegeben. Ergebnis: Als erstes gibt es bald Informationsveranstaltungen in der Marktgemeinde.

rp/mc

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