Ballon-Irrfahrt endet in 2200 Metern Höhe

Statt im Schwarzwald: Sie landeten in Osttirol

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Haben ihr Ballonabenteuer heil überstanden: Josef Höhl (65, links) und Copilot Georg Sellmaier (69)

München - Diese Ballonfahrt lief irgendwie nicht nach Plan. Statt im Schwarzwald landeten zwei Oberbayern auf 2200 Metern in den Hohen Tauern in Osttirol.

Sie sind zwei ausgefuchste Ballonfahrer, der eine (65) aus Grafing, der andere (69) aus Marktl. Als sie von Austro Control in Linz aufgefordert wurden, auf 14 000 Fuß (rund 4270 Meter) zu steigen, war deshalb beiden klar,: „Das wird wohl eine Alpenüberquerung.“ Nicht ganz: Das Ballonabenteuer der beiden endete in den Hohen Tauern auf 2203 Metern Seehöhe …

Die Irrfahrt begann am Sonntag um Punkt 6 Uhr in Burgkirchen, und schon da hätte es kaum doofer laufen können. Denn eigentlich wollten die beiden Ballonfahrer in den Schwarzwald, nach Westen also. Allerdings drehte der Wind und blies den Korb in Richtung Osten, man fuhr über Pocking und bewegte sich in einer Höhe von 1800 Metern auf Oberösterreich zu. Wegen des Luftverkehrs über dem Innkreis dann kam der Befehl: Aufsteigen! Tja, und schon ging’s dahin – schnurstracks Richtung Alpen.

Der Wind trieb die Oberbayern in immenser Höhe südwärts: An St. Johann im Pongau vorbei in Richtung Großglockner (3798 Meter hoch). Der wurde quasi direkt genommen. Weiter ging es ins Virgental (Osttirol). Hier verlor der Ballon an Höhe. Die beiden warfen Ballast ab, allerdings ohne nachhaltigen Erfolg.

Schließlich entschloss sich das Duo zur Landung. Dabei spielte auch – wie sie zurecht dachten – eine nicht ausreichende Beleuchtung eine Rolle. Der Korb touchierte den Schnee um 0.44 Uhr – fast 19 Stunden waren die Ballonfahrer schon unterwegs gewesen. Und anstatt des Schwarzwalds eroberten sie sich den Bergerkogel in Osttirol. Doch sie blieben in der Kälte cool: Über deutsche Behörden wurde die Polizei in Matrei informiert. Da die Männer gut ausgerüstet waren, verlief auch das sich anschließende Winterbiwak ohne Probleme.

mc

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