"Oldschool Society" seit Mittwoch vor Gericht

Anschläge auf Asylbewerber und Salafisten geplant?

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Vor Gericht: Die "Oldschool Society" mit ihren Verteidigern.

München - Seit Mittwoch müssen sich die vier Mitglieder der "Oldschool Society" vor Gericht verantworten. Ihnen wird die Planung von fremdenfeindlichen Anschlägen vorgeworfen.

Mord und Totschlag, rechter Terror. Wer diese Begriffe hört, muss an Beate Zschäpe denken, Hauptangeklagte im NSU-Prozess. Zehn Menschen soll sie mit ihren Komplizen auf dem Gewissen haben. Es hätte nicht viel gefehlt und es hätte erneut Bilder von Menschen, die in ihrem Blut liegen, gegeben. Getötet durch Nagelbomben, durch Sprengkörper. Laut Anklage war dies das Ziel der "Oldschool Society" (OSS), deren vier Hauptmitglieder seit Mittwoch auf der Anklagebank des Oberlandesgerichts München sitzen. Der Vorwurf: Gründung einer terroristischen Vereinigung, um Asylbewerber und Salafisten umzubringen.

Konkrete Pläne hatte es laut Bundesanwaltschaft bereits gegeben - am 8. Mai 2015 sollten diese umgesetzt werden. Zwei der Vier sollen hierfür in Tschechien große Mengen illegaler Feuerwerkskörper wie "La Bomba" oder "DumBum" besorgt haben. Zur Ausführung kam es nicht. Zwei Tage vor dem Anschlag wurde das mutmaßliche Terror-Quartett festgenommen.

Angeklagte äußern sich nicht zu Vorwürfen

Zum Prozessauftakt erschienen Andreas H. (61), Markus W. (40), Denise G. (23) und Olaf O. (48) umringt von Verteidigern. Zu den Vorwürfen äußerten sie sich nicht. Es wurde aber etwas über die OSS-Strukturen bekannt. Im Oktober 2014 hatten sie ihre Satzung festgelegt: Andreas H. wurde Präsident, Markus W. der Vize. Olaf O. assistierte als Sprecher, Denise G. als Schriftführerin. Beim ersten Gruppentreffen diskutierten die Neonazis bereits, welche Waffen sie zum Töten bräuchten. Beim zweiten im Mai 2015 sollte dann die erste Aktion anlaufen: Anschlag auf ein Asylbewerberheim.

Am Mittwoch ging es aber um den Lebenslauf von Olaf O., der geprägt ist von schwerer Erkrankung (Krebs), folgender Arbeitslosigkeit und Hartz IV. Nicht viel besser Markus W., der sich als Sicherheitsmann verdingte. Spannend wird's am 10. Mai: Dann kann es Aussagen zu den Taten geben.

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