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Nebulöser Krisengipfel

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Traumhafte Aussichten auf Alpspitze und Zugspitze – aber mit Blick auf Olympia muss sich in Garmisch-Partenkirchen das Chaos erst noch lichten ... © Beez

München - Countdown für die „Festspiele im Schnee“: Bis zur Eröffnung der alpinen Ski-WM am 7. Februar in Garmisch-Partenkirchen dauert’s nur noch 35 Tage. Doch weiterhin trübt ein Grundstücksstreit die Vorfreude.

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Eine hitzige Auseinandersetzung, die auch die Münchner Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 überschattet. Grotesker Höhepunkt: Nachdem der widerspenstige Landbesitzer endlich eingelenkt hat, sperrt sich jetzt die Gemeinde gegen einen Kompromiss. Angesichts der „katastrophalen Verhandlungsführung“ von Bürgermeister Thomas Schmid schlägt man in der Opposition im Rathaus vor Entsetzen die Hände vors Gesicht. Schmid will den Landbesitzer enteignen lassen, weil er die Herausgabe seines Grundstücks an der Kandahar-Rennstrecke verweigert.

 Der Mann hat nichts gegen die Ski-WM, lehnt aber eine Nutzung seines Geländes für Olympische Spiele ab. Unmittelbar vor dem Jahreswechsel kam es zu einem nebulösen Krisengipfel im Garmischer Landratsamt. An diesem „Gütetermin“ nahm der Bürgermeister gar nicht erst teil, sondern ließ sich von Mitarbeitern vertreten. Trotz dieser Strategie, die von vielen Politikern im Ort als weitere Provokation gewertet wird, konnten sich die Gemeinde und der Landeigner offenbar einigen.

In einem Schreiben an die WM-Macher, das der tz vorliegt, betont der Grundstücksbesitzer: „Der völlig unstrittige Vertrag kann jederzeit beim Notar beurkundet werden, der WM liegt nichts mehr im Wege.“ Jetzt allerdings, so Max B., scheitere der Abschluss alleine an der Vertretung der Gemeinde. Diese mache den Vertrag „zusätzlich von meiner Unterschrift für Olympia 2018 abhängig“.

Bürgermeister Schmid hatte zuletzt mehrfach erklärt, er werde den Stand der Verhandlungen nicht mehr kommentieren. Jetzt ruhen alle Hoffnungen auf dem Chefvermittler aus München: Minister Siegfried Schneider bemüht sich seit Monaten mit Herzblut darum, das Eis am Fuße der Zuspitze aufzutauen. Voraussetzung für einen Erfolg: dass sich der umstrittene Bürgermeister im Hintergrund hält. Grundstücksbesitzer Max B. will in Sachen Olympia „ausschließlich mit der Staatskanzlei“ sprechen.

Andreas Beez

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