Anteil verhandelt

Olympia 2022: Deckel für Bewerbungskosten

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Partner: (v. l.) Landrat Hermann Steinmaßl aus Traunstein, Bürgermeister Thomas Schmid aus Garmisch-Partenkirchen, Münchens OB Christian Ude, Landrat Georg Grabner aus dem Berchtesgadener Land (CSU) und Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Garmisch-Partenkirchen - 29 statt 33 Millionen Euro: Die neue Bewerbung für Olympia 2022 soll weniger Geld kosten als der Anlauf für 2018. Und die Ausgaben für den Markt Garmisch-Partenkirchen werden gedeckelt. Aber wieder zahlen nicht alle Beteiligten mit.

Der Zug steht auf dem Gleis. Seit dem einstimmigen Votum des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) am Montagnachmittag in der Münchner Olympiahalle ist die Richtung für die Kommunen klar: Es soll zu einer neuen Bewerbung für Olympische Winterspiele 2022 in München, Garmisch-Partenkirchen, Ruhpolding sowie Schönau am Königssee kommen. Doch diese viel beachtete Abstimmung war nicht mehr als ein Startsignal – ob der Zug tatsächlich losfährt, das entscheiden erst die Wahlberechtigten bei vier Bürgerentscheiden am 10. November.

Zwischenzeitlich steht auch fest, was die Orte eine neue Kandidatur kosten kann. Garmisch-Partenkirchen muss maximal 1,18 Millionen Euro tragen – das wäre etwas mehr als bei der Kampagne für 2018. Damals überwies die Gemeinde 1,098 Millionen Euro an die Bewerbungsgesellschaft.

Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) ist „sehr zuversichtlich“, dass sich dieser Betrag noch spürbar reduziert. „Das ist das Maximum“, bekräftigt er. Wenn mehr Sponsoren die Kandidatur unterstützten, müssten die Kommunen weniger zahlen. Tatsächlich hatte die Bewerbungsgesellschaft schon für 2018 mehr als doppelt so viel Geld als bisher zugesichert gewonnen.

Olympia 2022: Aktuelle Infos und Hintergründe

Ein geringeres Budget als für 2018, aber ein etwas höherer Betrag für Garmisch-Partenkirchen – passt das zusammen? Die aktuelle Bewerbung soll nach offiziellen Angaben der Stadt München insgesamt rund 29 Millionen Euro kosten, „Risikoreserve und Inflationsausgleich bereits eingerechnet“, heißt es dort. Das wären 4 Millionen weniger als im ersten Anlauf. Einen „wesentlichen Anteil“ sollen wiederum Wirtschaftsunternehmen tragen. „Obwohl eine Bewerbungsgesellschaft erst nach einem erfolgreichen Bürgerentscheid gegründet wird, liegen bereits zum jetzigen Zeitpunkt konkrete Absichtserklärungen mit Sponsorenleistungen in Höhe von rund 12 Millionen Euro vor“, betont das Münchner Rathaus. Damit wären zum heutigen Tag 17 Millionen Euro offen. Bei der Bewerbung für 2018 hatten die Initiatoren anfangs versprochen, dass die gesamten Kosten von Sponsoren finanziert werden – ein großer Fehler. Am Ende sammelte die Bewerbungsgesellschaft 26,2 von 33 Millionen Euro ein, die klaffende Lücke mussten die Kommunen stopfen.

Dieses Mal haben die Partner neu verhandelt. Ergebnis: Sponsorengelder sollen bevorzugt für die kleinen Kommunen eingesetzt werden. Damit wird der Betrag für Garmisch-Partenkirchen auf 1,18 und für die Kreise Traunstein und Berchtesgadener Land auf je 394.000 Euro gedeckelt. Diesen Betrag will Schmid im Haushalt 2014 einstellen.

Auch der Bund will sich wieder nicht an der GmbH beteiligen

Damit muss Garmisch-Partenkirchen maximal vier Prozent der Kosten berappen. An der möglichen Bewerbungsgesellschaft wäre der Markt mit sechs Prozent beteiligt. Der DOSB soll nach Informationen des Garmisch-Partenkirchner Tagblatts zwar erneut 51 Prozent halten – er wird aber wie beim ersten Mal nicht mitzahlen. Auch der Bund will sich wieder nicht an der GmbH beteiligen, obwohl die Regierung die volle Unterstützung angekündigt hat.

Derweil plädiert NOlympia in Garmisch-Partenkirchen für „faire Bedingungen“ schon bei den Bürgerentscheiden, anders als beim ersten Votum im Mai 2011. Er hoffe, betont der Garmisch-Partenkirchner Sprecher Axel Doering, dass „nicht mit riesigem Geldeinsatz, die Bewerber sprechen bereits von drei Millionen Euro, die Stimmen der Vernunft überdeckt werden“.

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