"Glanz der Spiele erlegen"

Olympia 2022: Offener Brief der Grünen an Politiker

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Er warnt eindringlich vor Olympia: Axel Doering, Sprecher von NOlympia in Garmisch-Partenkirchen und einer der drei Verfasser der kritischen Bewertung Olympischer Winterspiele 2022.

Garmisch-Partenkirchen - Die Diskussion über Für und Wider einer Bewerbung nimmt an Fahrt auf. Der Kreisverband Garmisch-Partenkirchen von Bündnis 90/Die Grünen hat jetzt einen offenen Brief verfasst: mit einer „kritischen Betrachtung Olympischer Winterspiele 2022“.

Das 26-seitige Papier als Anlage haben Sylvia Hamberger, Axel Doering und Wolfgang Zängl aktuell für das Netzwerk NOlympia erstellt. Grünen-Vorsitzender Dr. Korbinian Freier spricht in seinem Brief an den früheren und den amtierenden Landrat, Harald Kühn (CSU) und Anton Speer (Freie Wähler) sowie an Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) von einer „fundiert recherchierten Sammlung der Faktenlage“. Sie solle den Kommunalpolitikern vor den zeitgleichen Bürgerentscheiden am 10. November in München und Garmisch-Partenkirchen sowie in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land die Möglichkeit geben, sich vorab „über die Organisation des IOC und zu den Erfahrungen aus vergangenen Olympischen Spielen aus olympiakritischer Sicht eine Meinung zu bilden“.

Die Grünen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen hatten bereits die Kandidatur für die Spiele 2018 entschieden abgelehnt. Es ist damit zu rechnen, dass sie die Haltung in der Kreisversammlung am Dienstag, 8. Oktober, bekräftigen.

Freier hält in seinem Brief die Euphorie für Olympische Winterspiele „auf den ersten Blick für Außenstehende“ für verständlich, „aber die Begeisterung trügt. Leidvolle Erfahrungen zeigen, dass reihenweise Städte und Staaten dem Glanz Olympischer Spiele erliegen“. Als Kernfrage im Umgang mit der Bewerbung sieht er den Vergleich mit anderen öffentlichen Vergaben: „Wie kann es sein, dass für die Vergabe des Auftrages ,Olympischer Winterspiele‘ sämtliche Vergabegrundsätze der öffentlichen Hand unberücksichtigt bleiben? Wieso ist es für den ,Auftragnehmer IOC‘ möglich, Vertragsbedingungen zu diktieren und zu seinen Gunsten ein völlig einseitiges Verhältnis von Nutzen und Risiken herzustellen?“

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