Attacke in Bad Reichenhall nach WM-Finale

Überfall-Opfer Sarah (17): Rührender Brief

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Die Anteilnahme nach der Bluttat war in Bad Reichenhall überall zu spüren. Bürger stellten zwei Tage später Kerzen für die beiden Opfer auf.

Bad Reichenhall - In der Nacht nach dem WM-Finale wurde Sarah (17) von Christoph R. in Bad Reichenhall brutal attackiert. Jetzt hat sich das Opfer in einem rührenden Brief an die Öffentlichkeit gewandt.

Sie hat sich zum zweiten Mal gemeldet, mit einem handgeschriebenen, berührenden Brief an Freunde, Verwandte und auch Leute, die sie gar nicht kennen. Die trotzdem mit ihr gebangt, für sie gehofft, für sie gebetet haben. Sarah, die zum Zeitpunkt des Überfalls auf sie in der WM-Nacht 17 Jahre alt war, drückt in dem Brief so viel Optimismus aus, obwohl ihr Leben durch die schrecklich brutale Tat des Bundeswehrsoldaten Christoph R. (20) aus den Fugen geraten ist. „Nichts ist mehr wie es war“, schreibt Sarah, „und doch hat es uns stark gemacht.“

So kam die Polizei dem WM-Mörder auf die Schliche

Das Verbrechen überschattete in Bad Reichenhall den Finalsieg der Fußball-Nationalmannschaft bei der WM. Christoph R. hatte damals zunächst den Rentner Alfons S. (72) umgebracht und ging später auf Sarah mit einem Messer los. Das Mädchen überlebte schwerst verletzt. Dann flüchtete der Soldat nach Norwegen, wurde dort verhaftet und sitzt nach der Auslieferung in Bayern in U-Haft.

Was er Sarah angetan hat, darüber berichtet die Jugendliche selbst: „Mein linkes Augenlicht werde ich wohl (laut der Ärzte) nie mehr bekommen.“ Doch schon im nächsten Nebensatz schreibt sie: „…aber meine Lebensfreude und meine Liebe zum Leben kann mir niemand nehmen.“

Sarahs Brief.

Am 13. Juli wurde Deutschland Weltmeister, noch in der Nacht wurde Sarah attackiert. 135 Tage sind das bis zum 25. November, so rechnet sie im Anfang ihres Briefes. Sie will darin vor allem „Vergelt’s Gott“ sagen für die Anteilnahme von Menschen, „die ihr Herz an der richtigen Stelle tragen“. Und zum Ende des Schreibens hin blickt sie auf die kommenden Tage, auf Weihnachten, das neue Jahr. „Ein gewaltfreies“, wie sich Sarah für sich und alle wünscht.

Den ersten Brief hatte sie noch im Juli verfasst: Es war ein Dankesschreiben an Ersthelfer, Ärzte, Polizisten, Familie, Freunde, Nachbarn und Kollegen.

mc

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