Vater stellt Strafanzeige

Schlimmer Verdacht: Devid (3) im Kindergarten misshandelt?

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Devid im Krankenhaus: Seine Nase musste operiert werden.

Ottering - War es ein Sturz, wie er im Kindergarten passieren kann? Oder wurde der kleine Devid (3) dort misshandelt? Die Eltern hegen einen schlimmen Verdacht.

Die Wippe, von der die Erzieherin ihn hochkatapultiert haben soll. Derzeit wird deshalb ermittelt.

Es passierte vor etwa einem Monat, am 15. Juli. Gegen 16 Uhr fuhr Nina W. zum Kindergarten nach Ottering (Kreis Dingolfing-Landau), um dort ihre Zwillinge Devid und Dennis abzuholen. Auf das, was die 28-Jährige vor Ort erwartet, war sie allerdings nicht gefasst: Devid (3) wartet mit ziemlich geschwollener Nase und einem blutverschmierten T-Shirt auf seine Mama. Neben ihm sein Zwillingsbruder Dennis. „Die beiden weinten“, berichtet Nina W. Auf ihre Nachfrage hin, was passiert sei, wird der Mutter zunächst von einem Sturz berichtet, „was sich halt mal ereignet“. Doch ihr und Ehemann Alexander kommen Zweifel – weil unterschiedliche Uhrzeiten für den Sturz genannt wurden. Und nach Recherchen des Straubinger Wochenblatts könnte die Verletzung des Buben sogar von einem unglaublichen Vorfall herrühren: Weil Devid nicht brav war, wurde er von einer Erzieherin auf die Wippe gesetzt und in die Luft katapultiert! Dabei verletzte sich der Dreijährige so schwer an der Nase, dass er unter Narkose operiert werden musste.

Ein Auszug aus dem Brief der Gemeinde.

Bislang gibtes zwei Hinweise darauf, dass sich das Ganze tatsächlich so ereignet haben könnte. Bürgermeister Markus Baierl von der Gemeinde Moosthenning, zu der Ottering gehört, spricht in einem Schreiben an die Eltern von einer „Kurzschlussreaktion“ einer Erzieherin, „welche in einem Unfall auf der Wippe endete“. Und weiter vertraute sich eine Kollegin der Frau der Familie an und schilderte den Vorfall detailliert: Die Erzieherin habe demnach Devid am Arm gepackt, unsanft auf die Wippe gesetzt und dann in die Luft geschleudert. Weil der Bub einen Kieselstein nach ihr geworfen hatte. Nina und Alexander W. können das alles kaum glauben. „Ich habe Strafanzeige gegen die Erzieherin gestellt – wegen Körperverletzung, unterlassener Hilfeleistung und Verletzung der Aufsichtspflicht“, so Vater Alexander.

Bei der Gemeinde Moosthenning. Träger des Kindergartens, nimmt man den Vorfall sehr ernst. Bürgermeister Baierl will sich zwar aufgrund des staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahrens nicht zum Vorfall äußern. Allerdings entschuldigt er sich in seinem Schreiben an die Familie ausdrücklich im Namen der Gemeinde. Man wolle alles lückenlos aufklären, verspricht Baierl und betont, man habe umgehend auch die zuständigen Fachstellen am Landratsamt informiert.

Derzeit ist der Kindergarten in den Ferien. Im nächsten Kindergartenjahr wird die Erzieherin dort nicht mehr arbeiten. „Zum Zeitpunkt des Unfalls hatte die Erzieherin bereits aus eigenem Antrieb gekündigt“, sagt Bürgermeister Baierl. Trotzdem behält sich die Gemeinde rechtliche Schritte vor. Das Ergebnis des Ermittlungsverfahren ist zwar offen, aber eines wissen Nina und Alexander W. schon jetzt: „Devid und Dennis werden nicht mehr dort in den Kindergarten gehen.“

Stefan Sussbauer

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