Drei Tote gefunden

Armbrust-Tote von Passau: „Habe Angst in der Pension zu übernachten“ - Gastwirte berichten Details 

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In einem Gästezimmer in einer Pension in Passau wurden drei Leichen gefunden.

Armbrust-Morde in Passau: Die Eltern der jüngsten Toten nennen neue Details in einem großen Interview. Jetzt melden sich die Wirte der Pension zu Wort.

  • In einer Pension in Passau (Bayern) finden Mitarbeiter am Samstag (11. Mai 2019) drei Tote. Eine 30-jährige Frau aus Gifhorn in Niedersachsen sowie eine 33-Jährige und ihr 53-jähriger Begleiter aus Rheinland-Pfalz.
  • In den Leichen steckten Pfeile. Drei Armbrüste werden sichergestellt. 
  • Die Leichen werden obduziert, noch nicht alle Ergebnisse sind bekannt. 
  • Währenddessen wurden in der Wohnung der 30-jährigen Toten, Farina C., zwei weitere Frauenleichen gefunden.
  • Unser bundesweites Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk berichtete zuerst über den neuen Fund und den Zusammenhang.
  • Lesen Sie hier eine Zusammenfassung zum bisherigen Wissensstand.
  • +++AKTUALISIEREN+++

    Update vom 26. Mai 2019: In einer Pension am Rand von Passau wurden vor etwas mehr als zwei Wochen drei Leichen gefunden. Bis heute sind nicht alle Umstände und Hintergründe der mysteriösen Armbrust-Toten klar. Nun melden sich die Besitzer des Gasthofs mit Pension zu Wort und berichten, wie sie die Ereignisse erlebt haben. Wie pnp.de berichtet, wurden rund 40 Zimmer kurzfristig in den Tagen nach den Todesfällen storniert. Zusätzlich wird das Zimmer, in dem die Toten gefunden wurden, derzeit nicht vermietet. Das Zimmer wird nun renoviert, Betten und Boden ausgetauscht. Bis Dienstag war es zudem für Ermittlungen der Polizei gesperrt. 

    Gegenüber pnp.de berichtet Claus Ortmeier, Juniorchef der Pension, zudem von einer E-Mail, die er kurz nach dem Fund der Toten erhalten habe. „Ich habe Angst in der Pension zu übernachten, da ich glaube, dass es dort irgendwann Geistererscheinungen gibt", heißt es dort. Diese Nachricht sei nicht die einzige dieser Art gewesen. 

    Mittlerweile sei wieder Ruhe eingekehrt, der anfängliche Medienrummel rund um die Pension abgeklungen. Die vergangenen Tage sei die Pension laut den Betreibern wieder ausgebucht gewesen.

    Mitarbeiter fanden die Leichen. Der Wirt und ein Zimmermädchen hätten den Anblick nach eigenen Angaben leichter verkraftet als zunächst gedacht, berichtet  pnp.de. "Die zwei auf dem Bett sahen eher aus, wie wenn sie schlafen würden - wie Puppen eigentlich“, so der Juniorchef der Pension. Eine dritte Person sei in einer kleinen Blutlache gelegen.

    Armbrust-Tote von Passau: Eltern von jüngstem Opfer nennen verstörende Details - und äußern Verdacht

    Die Armbrust-Morde von Passau geben Ermittlern noch immer Rätsel auf, auch das Schicksal der beiden in Wittingen gefundenen Frauen ist noch nicht endgültig geklärt. Eine von ihnen war die 19-jährige Carina. Ihre Eltern sprachen nun im Stern in einem großen Interview über die letzten drei Jahre und wie die junge Frau in die Fänge von Thorsten W. geriet. Zuvor hatte bereits Der Spiegel mit Carinas Eltern gesprochen. Auch bei RTL haben sie sich geäußert.

    Wie Julia und Olaf U. in dem Artikel berichten, kam die Schülerin bereits 2015 in Kontakt mit dem Mann, ihr Lateinlehrer habe sie zu einem Probetraining des Klubs mitgenommen. Nach etwa drei Monaten habe sich das Verhalten ihrer Tochter dann verändert. Carina U. berichtete offenbar selbst von ungewöhnlichen Vorgängen in der Verbindung. 

    Demnach habe die damals 16-Jährige davon erzählt, dass Thorsten W. blaue Flecken wegmassieren könne. Auch das äußere Erscheinungsbild ihrer Tochter habe sich im Laufe der Zeit verändert. Zuhause berichtete Carina dann, dass Thorsten W. im Klub als „der Psychologe“ auftreten würde, der Trainer würde sich selbst „Klitschko“ nennen. Plötzlich habe ihre Tochter dann ein neues Handy gehabt, offenbar von Thorsten W. Ihr Lateinlehrer, offenbar selbst im Klub aktiv, riet ihr nach Unstimmigkeiten mit ihren Eltern dann, sich ans Jugendamt zu wenden. Seine Lebensgefährtin begleitete das Mädchen offenbar zu einer Jugendhilfeeinrichtung.

    Terror gegen Familie: Unbekannte versuchten Molotowcocktails unters Auto zu werfen

    Doch dann begann der Terror gegen die Familie offenbar erst richtig. Während die damals 16-Jährige mittlerweile von der Familie getrennt lebte, beging ihr Lateinlehrer Selbstmord. In einem Abschiedsbrief beschuldigte er die Eltern, Schuld an seinem Suizid zu sein. Bis heute würden pünktlich zum Todestag des Lehrers Zettel vor der Haustür der Familie liegen, mit Schuldzuweisungen. Selbst ihre eigene Tochter habe mit der Zeit Strafanzeige gegen ihre Eltern erstattet, wegen Körperverletzung. Farina C, eine der in Passau gefundenen toten Frauen, habe dann versucht, das Sorgerecht den Eltern zu entziehen und auf sich selbst zu übertragen. „Die hängen alle miteinander zusammen“, erklärt Julia U. 

    An einem Tag seien dann die Reifen des gemeinsamen Autos der Familie zerstochen gewesen, an einem anderen Abend habe es in der Einfahrt vor dem Haus laut geknallt. „Ich lief raus und sah Feuer. Jemand hatte versucht, drei Molotowcocktails unter unseren Wagen zu werfen. Ich schaffte es aber, sie auszutreten“, berichtet Olaf U.. All diese Vorfälle meldeten die Eltern bei der Polizei, erstatteten auch Anzeige. Heute ist sich der Familienvater sicher: „Ich bin auch fest davon überzeugt, dass der Tod unserer Tochter hätte verhindert werden können, dass Carina nicht hätte sterben müssen, wenn man uns ernst genommen hätte. Wenn sich irgendjemand mal in die richtige Richtung bewegt hätte. “

    Armbrust-Morde in Passau: Das ist bereits über den Fall bekannt - Eine Zusammenfassung

    Am Samstagmorgen (11. Mai 2019) finden zwei Angestellte einer Pension in Passau drei Tote in einem der Zimmer. Bei den Opfern handelte es sich um Torsten W. (53) und Kerstin E. (33), die ihre Hände haltend im Bett liegen. Sie sterben durch Schüsse einer Armbrust ins Herz. Weitere Armbrustpfeile steckten in ihren Körpern und im Kopf von Torsten W.. Offenbar wurden sie nach ihrem Tod auf die Leichen abgefeuert.

    Armbrust-Morde in Passau: Polizei tappt im Dunklen

    Auch Bäckerei-Verkaufsleiterin Farina C. (30), die das Zimmer gebucht hatte, liegt tot im Raum. Nicht im Bett, sondern zusammengekrümmt in einer Blutlache auf dem Boden. Die Obduktion sollte später ergeben, dass sie durch einen Armbrustpfeil in den Hals starb. Ermittlungen zufolge befanden sich drei Armbrüste im Zimmer. Die Toten sollen mindestens eine davon zuvor in Österreich gekauft haben. 

    In dem Zimmer der Pension findet man die Testamente von Torsten W. und Kerstin E. Die Polizei vermutet inzwischen, dass sich die beiden von Farina C. töten ließen und diese sich dann selbst das Leben nahm.

    Lesen Sie in unserem Original-Ticker alle Infos zum Armbrust-Mord in Passau

    Spätestens am Montag darauf (13. Mai) bekommt der Fall eine bundesweite Dimension. An jenem Tag werden viele hundert Kilometer von Passau entfernt in der Wohnung von Farina C. im niedersächsischen Wittingen die Leichen zweier weiterer junger Frauen gefunden. Unser Redaktionsnetzwerk berichtete als erstes darüber (Lesen Sie unsere Exklusiv-Geschichte im Ippen-Digital-Netzwerk). 

    Haus in Wittingen, in welchem Gertrud C. (35) und die tote 19-Jährige gefunden wurden.

    Eine davon, Lehrerin Gertrud C., soll die eingetragene Lebenspartnerin von Farina C. gewesen sein. Die zweite, so bestätigt die Polizei, die 19-jährige Carina U., die ebenfalls in der Wohnung der beiden Frauen gemeldet war. In dieser Woche wirft der Fall immer mehr Fragen über Fragen auf. Erst Carinas Eltern bringen mit ihren Aussagen ein wenig mehr Licht ins Dunkel.

    Suizid vermutet: Tote in Passau und Wittingen starben wohl freiwillig

    Anders als die drei Toten in der Pension weisen die beiden Frauen in Wittingen keinerlei Anzeichen für Fremdeinwirkungen auf. Es wird derzeit von einem Suizid ausgegangen. Auch der Tod der drei Personen in Passau soll wohl freiwillig gewesen sein.

    19-Jährige galt als verschwunden - Eltern äußern sich bei RTL

    Nun ermittelt die Polizei weiter an den möglichen Zusammenhängen der Toten sowie dem Motiv für die Morde und Selbstmorde. Fest steht bereits, dass Kerstin E. die Lebenspartnerin von Torsten E. war. Doch auch zu der 19-Jährigen aus Wittingen soll dieser ein Verhältnis gehabt haben.

    So berichtet RTL, die 19-Jährige habe den Mann noch als Mädchen kennengelernt und bald darauf den Kontakt zu ihrer Familie abgebrochen. Der 53-Jährige arbeitete in einem Mittelalter-Laden, dessen Inhaber er auch bis zum vergangenen Jahr gewesen sein soll. Zudem sollen die drei Toten aus Passau Mitglied in einem „internationalen Ritterverein“ gewesen sein. Der Ritterverein wurde zuerst als das verbindende Element zwischen den Toten gehandelt. Tatsächlich kristallisiert sich - spätestens seit den Statements der Eltern von Carina U. - Torsten W. als Schlüsselfigur heraus. 

    Video: Armbrust-Fall - Autopsie zeigt Schüsse ins Herz, weitere Pfeile nach Tod

    „Unterwürfiges Verhalten“: War Torsten W. ein Unterdrücker von Frauen?

    Nun muss die Polizei weitere Zusammenhänge klären, befragt derzeit alle Personen, die mit den Toten in Kontakt standen. Darunter soll auch der Sohn von Torsten W. sein. Wie Bild, Spiegel und andere berichten, habe Torsten W. ein seltsames Leben geführt und häufig mit mehreren Frauen gleichzeitig zusammengelebt, die er wie ein Kommandant befehligte. Sie sollen ihm ergeben und unterwürfig aufgetreten sein. 

    Wann, warum und ob die fünf Personen dann wirklich gemeinsam beschlossen zu sterben, ist allerdings weiter völlig unklar. Und wie viel die Behörden davon noch klären können, ist übrigens ebenfalls alles andere als gesetzt. Das Problem: Es gibt keinen Täter, niemanden, den eine Staatsanwaltschaft beklagen oder gegen den sie ermittelt könnte. Alle Opfer und mutmaßliche Täter sind tot.

    kah/kmm/jl

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