Passionsspiele: Kontingent für Einzelkarten wird erhöht

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Eine halbe Million Besucher wird zu den im Mai beginnenden Passionsspielen erwartet. Die Nachfrage nach Einzeltickets ist nach wie vor ungebrochen.

Oberammergau - Aufgrund des schleppenden Verkaufs haben jetzt aus- und inländische Reiseveranstalter rund 25000 (von insgesamt 319000) Arrangements für die Passionsspiele in Oberammergau zurückgegeben.

Die Ereignisse in Ettal haben den Fokus der Öffentlichkeit in eine neue Richtung gelenkt. Derweil wurde und wird in Oberammergau weiterhin fieberhaft an der Vorbereitung der Passionsspiele gearbeitet, auf vielen Ebenen. Nur noch 51 Tage sind’s bis zur Premiere am 15. Mai.

Ein zentrales Thema in der öffentlichen Diskussion stellen stets die aktuellen Verkaufszahlen für die 102 Aufführungen dar. Und hier kocht die Gerüchteküche: Während es für die 160 000 Einzelkartenbereits eine lange Warteliste gibt, sieht es bei den Arrangements (Paket aus Ticket, Übernachtung und Verpflegung) offenbar nicht so rosig aus. So sollen jüngst aufgrund des mangelnden Absatzes von Reiseveranstaltern bis zu 40 000 Arrangements (von insgesamt 319 000) zurückgegeben worden sein. Das wird erzählt in Oberammergau.

Werner Herrlinger (57), Verkaufsleiter der Passion, wollte diese Zahlen so nicht bestätigen: „Wir liegen derzeit bei einer Rückgabe-Quote von sieben bis acht Prozent.“ Dies entspräche einer Stückzahl zwischen 22 000 und 25 500. Ende Januar hatte Herrlinger den Anteil noch auf drei bis fünf Prozent taxiert. Der Verkaufschef versucht, Gründe für die neueste Entwicklung zu finden: „Die Verhältnisse auf den Reisemärkten haben sich aufgrund der instabilen Wirtschaftslage nicht gerade zum Positiven hin entwickelt. Davon bleiben auch wir nicht verschont. Die Rückgaben liegen aber in einem Bereich, die angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen für mich nicht dramatisch sind.“

Der 57-Jährige glaubt vielmehr, dass die kurzfristigen Buchungen für die Spiele noch zum Tragen kommen.“ Für den Mai liegt der Buchungsstand der vorreservierten Zimmer bei 73 Prozent. Zu der teils von Veranstaltern geäußerten Kritik, dass die drastische Erhöhung der Preise gegenüber der letzten Passion 2000 mit ein Hauptgrund dafür sein könnte, dass die Zugkraft sich in Grenzen hält, will sich Herrlinger nicht näher äußern, schließlich handle es sich bei der Passion um ein einmaliges Ereignis, das nur alle zehn Jahre stattfinde: „Bei einer stabilen Wirtschaftslage wären die Preise kein Problem.“ Doch geht der Reiseverkehrskaufmann, der seit 35 Jahren in dieser Branche tätig ist, inzwischen davon aus, „dass die Hotels nicht zu 100 Prozent ausgelastet sein werden“.

Diese Einschätzung hatte nun jüngst zur Folge, dass in einem Brief allen Passionsvermietern die Möglichkeit angeboten wurde, nicht belegte beziehungsweise nicht verkaufte Betten aus dem gültigen Vertrag herauszulösen. Im Klartext: Hotels und Gastgeber können freie Passionsbetten in Eigenregie vermarkten. Davon haben auch schon eine ganze Reihe von Vermietern Gebrauch gemacht. Nach Herrlingers Auskunft seien bisher „ein paar tausend Betten“ aus dem Hotelbereich zurückgegeben worden.

Einen Ausweg aus dem teils schleppenden Arrangementverkauf sehen die Verantwortlichen darin, Pakete in Einzelkarten umzuwandeln. Das geschieht bereits, wie der Verkaufsleiter ankündigt: „Ab dem 1. April gibt es über unsere Homepage neue Buchungsmöglichkeiten rein für Einzelkarten. Es sind ein paar tausend Tickets, die wir auf diese Weise auf den Markt stellen.“ Hinsichtlich einer Prognose zur Entwicklung des Arrangement-Marktes für Juni und Juli erwartet der Fachmann, „dass die Reduktionen geringer ausfallen und weniger Stornos kommen.“

Ludwig Hutter

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