Patienten aus Profitgier länger beatmet?

Klinikum Bayreuth wehrt sich gegen Vorwürfe

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Im Fokus der Staatsanwaltschaft: Im Klinikum Bayreuth sollen Patienten länger beatmet und somit künstlich am Leben gehalten worden sein. Außerdem sollen Babys falsch behandelt worden sein. Jetzt wehrt sich das Krankenhaus.

Bayreuth - Sind am  Klinikum Bayreuth Patienten aus Profitgier länger künstlich beatmet worden? Das 1000-Betten-Haus hat jetzt einen eigenen Prüfbericht vorgelegt. Tenor: Fast alles ist in Ordnung.

Das Klinikum Bayreuth hat Vorwürfe zurückgewiesen, Patienten seien aus Profitgier länger künstlich beatmet worden als medizinisch notwendig. Der Aufsichtsrat des Krankenhauses stellte am Donnerstag den Bericht einer internen Untersuchungskommission vor, die unter anderem statistische Daten zur Beatmungsdauer auf den Intensivstationen des Hauses ausgewertet hatte.

Die Mediziner kommen dabei zu dem Ergebnis, dass es keinen Beweis für vorsätzliche und ökonomisch motivierte Manipulationen bei der Beatmungsdauer gibt. Im nationalen und internationalen Vergleich habe Bayreuth keine auffällig längeren Beatmungszeiten, sagte Harald Rupprecht, Chefarzt am Klinikum und Mitglied der Kommission. Auch Abrechnungsdaten der Krankenkasse AOK - 60 Prozent der Patienten des Klinikums sind hier versichert - hätten keine Auffälligkeiten gezeigt.

Im vergangenen Sommer hatte ein „Spiegel“-Bericht mutmaßliche Mängel in dem Krankenhaus aufgelistet. Dazu gehörte auch der Vorwurf, Patienten seien länger als nötig beatmet worden, um mehr Geld einzunehmen. „Mir fällt ein Stein vom Herzen“, kommentierte der Aufsichtsratschef und Bayreuther Landrat Hermann Hübner den Prüfbericht. Er sei froh, dass man die Vorwürfe, es stehe nur das Geld im Mittelpunkt, entkräften konnte.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen

Gleichwohl ermittelt auch die Staatsanwaltschaft in Sachen Klinikum, hier stehen Ergebnisse noch aus. Die interne Kommission ließ zudem von zwei Experten der Uniklinik Erlangen fünf möglicherweise strittige Einzelfälle auf den Intensivstationen prüfen. Auch hier sei kein grobes Fehlverhalten festgestellt worden. Gespräche mit dem Pflegepersonal auf den Intensivstationen des Krankenhauses hätten aber Verbesserungsbedarf im organisatorischen Bereich gezeigt, erläuterte Rupprecht. Deshalb sei inzwischen das Personal aufgestockt worden, sagte Krankenhaus-Geschäftsführer Joachim Haun.

Auch mit mutmaßlichen Behandlungsfehlern im Kreißsaal sah sich das 1000-Betten-Haus im Sommer konfrontiert: Dort sollen zwischen 2008 und 2011 drei Neugeborene falsch behandelt worden sein, so dass sie dauerhafte Schäden davontrugen. Ein Säugling soll sogar gestorben sein. Auch hier laufen noch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

dpa

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