Peggy: Ein Grab wie ein Mahnmal

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Peggys leeres Grab – ein Ort des Gedenkens

Lichtenberg - Peggys Mutter Susanne Knobloch (40) ließ vor Jahren auf Anraten von Psychologen ein Grab für sie errichten. Heute erscheint es ohne Leiche wie vergessen.

„Wer nicht an Engel glaubt, der ist dir nie begegnet“, steht auf dem grauen Grabstein auf dem Friedhof von Nordhalben. Wer die Geschichte dieses Steins nicht kennt, wird beim Namen auf dem Grab stutzen: „Peggy Knobloch * 6.4.1992 † 7.5.2001“ – ganz so, als geschähe die Suche nach Peggys Leiche im 15 Kilometer entfernten Lichtenberg in einer anderen Welt. Doch das Grab ist natürlich leer. Peggys Mutter Susanne Knobloch (40) ließ es auf Anraten von Psychologen errichten.

Heute erscheint das Grab ohne Leiche wie vergessen. „Nur selten kommt noch jemand und legt Blumen hin oder pflegt die Pflanzen“, sagt eine Anwohnerin. Peggys Mutter lebt nun rund 200 Kilometer entfernt. Sie habe die Anfeindungen in Lichtenberg und Umgebung nicht mehr ausgehalten, sagte sie zur Begründung. Nicht wenige hielten ihr vor, wie sie denn ihr Kind aufgeben könne – wo doch noch nicht einmal feststehe, ob es tot sei.

Gerade in diesen Tagen, wo der Fall Peggy durch die Knochenfunde am Lichtenberger Marktplatz wieder in aller Munde ist, wirkt das verlassene Grab wie ein Mahnmal. Der Fall Peggy lässt die Region einfach nicht ruhen. Und der kleine blaue Plastikdelfin, den Peggys Schwester (heute 15) hier niederlegte, halten das Andenken an Peggy wach. Für 20 Jahre wurde das Grab gepachtet. Ob in dieser Zeit das Rätsel um Peggy gelöst wird? Die Anwohnerin, die sich manchmal um das leere Grab kümmert, hofft es: „Damit man das Mädchen endlich richtig beerdigen kann.“

tz

Hier sucht die Polizei nach Peggys Leiche

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