Tatverdacht ließ sich nicht erhärten

Mehr als 19 Jahre nach ihrem Verschwinden - Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen im Fall Peggy ein

Vor mehr als 19 Jahren verschwand die damals neunjährige Peggy. Nun wurden die Ermittlungen eingestellt. Der Tatverdacht gegen einen Mann ließ sich nicht erhärten.

  • Die damals neunjährige Peggy wird seit mehr als 19 Jahren vermisst.
  • Nun wurden die Ermittlungen eingestellt.
  • Der Tatverdacht gegen einen Bestatter ließ sich nicht erhärten.

Update vom 22. Oktober: Mehr als 19 Jahre nach dem Verschwinden der damals neunjährigen Peggy aus Oberfranken sind die Ermittlungen eingestellt worden. Der Tatverdacht gegen einen Bestatter ließ sich nicht erhärten, wie die Staatsanwaltschaft Bayreuth am Donnerstag mitteilte. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

Ein Mann aus dem Landkreis Wunsiedel hatte vor zwei Jahren zugegeben, das tote Mädchen mit seinem Auto in den Wald gebracht zu haben. Er bestritt jedoch, Peggy getötet zu haben. Das leblose Kind habe er damals von einem Bekannten an einer Bushaltestelle übernommen. Später widerrief der Bestatter sein Geständnis. Die Informationen reichen laut Staatsanwaltschaft nicht für eine Mord-Anklage aus. Andere Anklagepunkte wie Strafvereitelung seien verjährt und könnten nicht mehr zur Anklage gebracht werden.

Fall Peggy: Maddie-Verdächtiger rückt für weitere Vermisstenfälle ins Visier - Ermittler prüfen Spur

Erstmeldung vom 9. Juni 2020: Lichtenberg/Bayern – Seit wenigen Tagen gehen im Fall „Maddie“ beim Bundeskriminalamt (BKA) Hunderte neue Hinweise ein. Die Ermittler vermuten inzwischen, dass der 43-jährige Deutsche Christian B. das britische Mädchen vor 13 Jahren vermutlich umbrachte - und etwa auch Peggy Knobloch? Die bayrische Polizei geht nach Informationen der Bild aktuell diesem Verdacht nach. Das Mädchen aus Bayern verschwand vor 19 Jahren.

Bayreuths Leitender Oberstaatsanwalt Martin Dippold sagte demnach, es gäbe aktuell keine Erkenntnisse, dass der Tatverdächtige auch im Fall Peggy Knobloch in Betracht kommt - „er wird jedoch nunmehr auch im Fall 'Peggy' überprüft.“

Sind der Fall Maddie und der Fall Peggy verknüpft? Ermittler schließen es nicht aus

Deutschlandweit frage die Staatsanwaltschaft Braun­schweig nun bei Polizeistellen nach vermissten Kin­dern und möglichen Paralle­len zum Fall Maddie. Am vergangenen Mittwoch war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig im Fall Maddie Mordermittlungen gegen den mehrfach vorbestraften Sexualstraftäter Christian B. eingeleitet hat, der wegen anderer Sache in Haft sitzt. Und als hätte die Familie McCann nicht schon genug Leid erfahren: Maddies Großmutter starb zuletzt an den Folgen des Coronavirus.

Fall Maddie: Tatverdächtiger Christian B. steht unter weiterem Verdacht

Dem Kölner Stadt-Anzeiger geht die Polizei außerdem Hinweisen nach, wonach der Tatverdächtige auch für die Entführung des damals sechsjährigen René Hasee in einem portugiesischen Badeort verantwortlich sein könnte.

Außerdem gehen die Ermittler einer möglichen Spur nach Sachsen-Anhalt nach -  wie Magdeburger Volksstimme und Spiegel vergangenen Freitag berichteten, ob Christian B. möglicherweise für das Verschwinden der fünfjährigen Inga verantwortlich sein könnte. Das Mädchen verschwand vor fünf Jahren im Landkreis Stendal. B. soll zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve gelebt haben.

Mutter von Peggy Knobloch: „Der Fall Maddie versetzt mich zurück...“

Für die Mutter von Peggy, Susanne Knobloch, sind die neuen BKA-Erkenntnisse offenbar ein Hoffnungsschimmer.  „Der Fall Maddie versetzt mich zurück in diese Zeit, al­les kommt wieder hoch“, sag­te die 47-Jährige jetzt zu Bild. Seit mehr als 15 Jahren lebe sie Ungewissheit. Der Täter wurde bisher trotz vieler Ver­dächtiger und zwei­er Prozes­se nicht ver­urteilt, heißt es in dem Bericht.

Daher fühle sie mit den ebenfalls unter Verdacht stehenden Eltern von Maddie McCann mit: „Als Eltern hat man wieder übermäßig Hoffnung, endlich Antwort auf alle Fragen zu bekommen. Und am wichtigsten: Sein Kind wiederzubekommen.“ Sie freue sich auch für die McCanns, dass es nun einen Tatverdächtigen im Fall Maddie gebe: „Das entlastet sie nicht nur vom Verdacht, sondern auch seelisch.“

Fall Maddie: 400 neue Hinweise bei der britischen Polizei eingegangen

Die britische Polizei hatte am Sonntag mitgeteilt, dass etwa 400 neue Hinweise im Fall Maddie telefonisch oder per E-Mail eingegangen seien. Anders als die deutschen Ermittler geht Scotland Yard auch nach 13 Jahren weiter von einem Vermisstenfall aus. „Es gibt keinen endgültigen Beweis, dass Madeleine noch lebt oder tot ist“, so ein Polizeisprecher in London.

Der Christian B. war laut Süddeutscher Zeitung vor knapp zwei Jahren in Schleswig-Holstein zeitweise aus der Haft entlassen worden. Der 43-Jährige habe sich anschließend frei in Europa bewegen können und sei nach Italien gereist. Zu der Freilassung kam es demnach vor allem, weil die Staatsanwaltschaft Flensburg einen Antrag auf Auslieferung an die Justiz in Portugal zu spät stellte.

Es sei dabei um die Vollstreckung einer ursprünglich zur Bewährung ausgesetzten alten Haftstrafe gegangen. B. sei deshalb Ende August 2018 aus der Haft entlassen worden, nachdem eine andere Haftstrafe auslief. Erst am 27. September 2018 sei er wieder festgenommen worden. Seither sitzt er in Kiel in Haft.

Durch die Ermittlungen im Fall Maddie erhofft sich auch ein Vater aus NRW neue Erkenntnisse zum Verschwinden* seines Sohnes. Der Junge verschwand 1996 unweit des Ortes in dem das englische Mädchen entführt wurde.

frs mit Material von dpa und AFP

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Rubriklistenbild: © AFP / JENS-ULRICH KOCH

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