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Peinliche Pannen nach Unfall

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Das völlig verbogene Mountain-Bike von Michael S. direkt nach der schrecklichen Tat. © privat

Augsburg - Die Amok-Fahrt vom Ammersee, bei der die Ärztin Dagmar O. (47) einen Radler (40) fast umbrachte, ist verhandelt. Doch noch immer bleiben Fragen, denn der Prozess deckte peinliche Pannen bei der Polizei auf.

Selbst die Anklägerin konnte diese kaum fassen: „Es ist alles getan worden, um die vorhandenen Spuren zu verwischen“, kritisierte Staatsanwältin Ulrike Hampp-Weigand während der Verhandlung. Ärztin Dagmar O. muss fünf Jahre und drei Monate hinter Gitter.

Die Pannen: 

- Warum arbeiteten die Beamten der Polizeiinspektion Dießen offenbar oberflächlich? Anstatt nach dem schweren Unfall mit seinen schrecklichen Folgen die Spurensicherung zu alarmieren, tappten Laien mit Sandalen im Blut des Opfers herum. Eine Wasserwachtlerin half sogar beim Vermessen der Anhaltestrecke. Das geht aus einem Foto hervor.

- Warum ordneten die Beamten keinen Alkotest an? Zwar wurde das Opfer, Michael S., überprüft, aber nicht die Fahrerin, Dagmar O.! 

- Doch es geht weiter: Weder die Kripo noch ein Kriseninterventionsteam wurden eingeschaltet. Beides ein ganz gewöhnliches Vorgehen bei Unfällen dieser Art. Furchtbar müssen die traumatisierten Kinder der Fahrerin auf der Rückbank gelitten haben, ihnen hätte bestimmt professioneller Beistand geholfen. Sie leben jetzt übrigens bei den Großeltern.

Martin Aerzbäck 

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