Ehrenamtliches Engagement

Ehemalige Lehrer helfen Flüchtlingen

Regensburg - Sie sind Profis darin, anderen etwas beizubringen: Pensionierte bayerische Lehrer haben einen großen Erfahrungsschatz, den sie nutzen wollen: Sie helfen Flüchtlingen.

Für ihren Unterricht braucht die ehemalige Grundschullehrerin Karin Plock nur Kreide und eine Tafel. Dann wird gemalt: eine Blume. Daneben schreibt sie später das Wort "Blume". Auf diese Weise sollen die erwachsenen Flüchtlinge und Asylbewerber Deutsch lernen

Karin Plock ist eine von rund ein Dutzend pensionierter Lehrer des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), die ab sofort in Regensburg erwachsenen Flüchtlingen ehrenamtlich zur Seite stehen, um ihnen den Neuanfang in einem für sie fremden Land zu erleichtern. „Sie wollen beim Erlernen der deutschen Sprache helfen, aber auch beim Ausfüllen von Formularen, bei der Erledigung von Behördengängen und vielem mehr“, sagte BLLV-Präsident Klaus Wenzel am Dienstag bei der Projektvorstellung an der für Integration bekannten Clermont-Ferrand-Schule in Regensburg. Flüchtlingskinder würden in den Schulen aufgefangen, für die Eltern aber gebe es nichts Vergleichbares, erklärte er. Diese Lücke soll nun geschlossen werden.

Modellprojekt soll Schule machen

Das Modellprojekt soll bayernweit Schule machen: Von Weihnachten an soll das Projekt über die Stadtgrenzen hinaus ausgedehnt werden und bis Ostern 2015 in ganz Bayern etabliert sein. „Dann mit hoffentlich rund 2000 pensionierten Lehrkräften“, so Wenzel.

Bisher sind die Lehrer mit ihrer Idee auf positive Resonanz gestoßen. Regensburgs Oberberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) begrüßt die Initiative: „Wir wollen diese Menschen, die vielfach Schlimmstes erlebt haben, nicht nur unterbringen, sondern ihnen nach Möglichkeit dabei helfen, eine Perspektive für ihr weiteres Leben zu vermitteln. Dafür sind Deutschkenntnisse ganz besonders wichtig.“

Auch Bayerns Integrationsbeauftragter Martin Neumeyer (CSU) freute sich sehr über das Projekt. Seiner Meinung nach sind Lehrer die „idealen Guides durch den Alltag“, weil sie wüssten, wie man etwas vermittle und wie man Menschen etwas trotz Verständigungsschwierigkeiten begreifbar machen könne.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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