Mit Gehaltskürzung fing alles an

Permanenter Gegenwind: Bürgermeisterin wirft hin

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Will aufhören: Gabi Wittenzellner.

Achslach - Nachdem sie permanent Gegenwind bekommen hatte, will die Achslacher Bürgermeisterin Gabi Wittenzellner hinwerfen. Angefangen hatte alles mit einer Gehaltskürzung.

Achslach im Landkreis Regen ist ein überschaubarer Ort. Die Gemeinde im oberen Teisnachtal leistet sich nicht einmal ein Rathaus, man bildet im Markt Ruhmannsfelden eine Verwaltungsgemeinschaft mit anderen. Etwas über 900 Einwohner leben hier. Die neue Bürgermeisterin heißt Gabi Wittenzellner (Unabhängige Christdemokraten), der es gelungen war, bei der Kommunalwahl Gerhard Mies (69) aus dem Amt zu kegeln. Dabei war der CSU-Spitzenkandidat auf Sieg geeicht gewesen, weil er die Gemeinde schon seit 36 Jahren geführt hatte. Doch nur zwölf Wochen später will die verheiratete Mutter zweier Kinder nicht mehr. Sie beantragte ihren Rücktritt, obwohl sie mit großem Elan gestartet war.

Der Frust fing gleich bei der ersten Sitzung des Gemeinderats an. Die Kollegen, allesamt Männer, billigten der Chefin nur 1900 Euro brutto Aufwandsentschädigung zu, mit 7:5-Mehrheit von CSU und Freien Wählern beschlossen. Das waren 781 Euro weniger, als ihr Vorgänger erhalten hatte. „Mit einem Mann hätten die das sicher nicht gemacht“, sagte die Bürgermeisterin damals zum Bayerwaldboten. „Ich war geschockt.“ In der Verwaltungsgemeinschaft erfuhr sie von anderen ehrenamtlichen Bürgermeistern, dass diese deutlich mehr bekommen. CSU-Revanche mittels Mann-Power im Gemeinderat? Laut Ex-Rathauschef Gerhard Mies, der dem Gremium auf eigenen Wunsch nicht mehr angehört, bekam er mit 2681 Euro exakt das Geld, das das Gesetz als untersten Betrag für Gemeinden über 1000 Einwohner vorsieht. Mittlerweile ist Achslach darunter gerutscht und die Höhe der Aufwandsentschädigung gleich mit, möglich wären jetzt 1072 bis 2788 Euro. Somit ergriffen die Mannsbilder im Rat die Gelegenheit zum Sparen. Oder schwingt bei der Vergütung etwas anderes mit, mucho Macho vielleicht?

Schon vor Wochen trug sich Wittenzellner mit Rücktrittsgedanken. Doch SPD-Landrat Michael Adam riet ihr zum Durchhalten. Als sie nun die Schirmherrschaft für ein Sportfest abgeben sollte – an ihren Amtsvorgänger wegen dessen großen Verdiensten für Achslach – war es vorbei mit ihrer Geduld. Sie fühle sich als „unerwünschte Person“. Noch hat sie zwei Wochen Gelegenheit, ihren Rücktritts-Antrag zu überdenken, dann geht er aber in den Gemeinderat. Und dann wird – so, wie es aussieht – mal wieder gewählt im Ort …

MC

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