Wegen Tierquälerei!

PETA verklagt bayerischen Fischereiverein

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Der Hegefischen-Sieger, Johannes Aigner, mit seinem Fang, der später verzehrt wurde

Eggenfelden - Der Fischereiverein Eggenfelden hat derzeit eine Menge Ärger am Hals, weil der bekannte Tierschutzverein PETA die Angler verklagt hat - wegen Tierquälerei. Kein Witz!

Die Rute baumelt über dem Wasser, der Wurm hängt am Haken, und die Gedanken lässt man einfach treiben: Angeln! Tausende Bayern lieben diesen Sport. Das ist in Eggenfelden in Niederbayern nicht anders. Doch da hat der hiesige Fischereiverein derzeit eine Menge Ärger am Hals. Warum? Weil der bekannte Tierschutzverein PETA die Petrijünger verklagt hat – wegen Tierquälerei. Kein Witz!

Stein des Anstoßes ist das traditionelle Hegefischen, das am Vatertag an der idyllischen Rott stattfand. Da gab es auch ein sogenanntes Preisfischen. Heißt: Wer den größten Fang an Land zieht, hat gewonnen.

Doch genau das gefiel PETA gar nicht. Die sehen in der Veranstaltung nämlich einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz – gemäß Paragraf 17. „Denn die Tötung der Tiere erfolgte ohne einen gerechtfertigten Grund im Sinne des Gesetzes. Laut Kommentar zum Tierschutzgesetz muss der alleinige Grund des Angelns im Nahrungserwerb liegen“, schimpft die Tierschutzorganisation. In anderen Worten: Hier wurden nur Trophäen gejagt! Und PETA geht sogar noch weiter: „Könnten Fische ihre Schmerzen durch laute Schreie ausdrücken, würde niemand mehr behaupten, Angeln sei eine Beschäftigung zum Entspannen und Erholen“, erklärt Dr. Tanja Breining, PETA-Kampagnenleiterin. Und deshalb habe man Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Landshut gegen den Vorsitzenden des Fischervereins Eggenfelden und alle 140 Teilnehmer des Preisfischens erstattet.

Der Vorsitzende heißt Josef Barth und kann nur noch den Kopf über diesen Angriff schütteln. „Diese Anzeige ist einfach völliger Blödsinn“, erklärt der 38-Jährige gegenüber der tz. „Zum einen werden die Fische natürlich gefangen, um dann auch verzehrt zu werden.“ Und zum anderen habe das Hegefischen durchaus einen Sinn, denn sonst sei das ökologische Gleichgewicht in den heimischen Gewässern in Gefahr. Tatsache ist: Der Verein setzt auch Jungfische aus, um gefährdete Bestände wieder „aufzustocken“. Dies tun alle Fischereivereine im Land. Barth: „Wenn wir nicht wären, wären viele Arten ja schon längst ausgestorben.“ Tierquälerei? Die bei der Veranstaltung am Vatertag gefangenen Fische seien waidmännisch erlegt worden, betonen die Petrijünger.

Fakt ist: PETA ist das Sportangeln schon lange ein Dorn im Auge. Der Verein würde es gerne ganz verbieten lassen. Josef Barth meint dazu nur: „Ich glaube, die haben keine Ahnung, was wir Fischereivereine eigentlich alles leisten.“

Armin Geier

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