Pfaffenhofen will Weltmeister der Städte werden

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Bürgermeister Thomas Herker auf dem Balkon des Rathauses: „Dieser Job macht echt Spaß“.

Pfaffenhofen - Die oberbayerische Gemeinde macht bei einem internationalen Städtewettbewerb mit und hat es unter die letzten 60 Kandidaten geschafft. Warum ist das Leben dort so lebenswert? Das sagt der Bürgermeister:

Haben Sie sich schon mal gefragt, wo das Leben auf unserem Planeten am Lebenswertesten ist? Vielleicht auf einer Palmeninsel in der Karibik? Oder in einem kleinen Häuschen auf Hawaii? Halt - wie wär’s mit Pfaffenhofen an der Ilm? Jedenfalls hat sich die oberbayerische Gemeinde bei einem internationalen Städtewettbewerb „als lebenswerteste Stadt der Welt“ beworben. Und tatsächlich - der Ort mit 24 000 Einwohnern hat es unter die letzten 60 Kandidaten bei den LiveCom-Awards geschafft. Nächste Woche könnte Pfaffenhofen zum Weltmeister der Städte gewählt werden - im fernen Seoul in Südkorea. „Da sind wir schon stolz drauf“, sagt Bürgermeister Thomas Herker (32, SPD) mit einem breiten Grinsen.

Zu Recht. Immerhin gewannen den renommierten Preis in den vergangenen Jahren unter anderem Städte wie Honolulu (USA), Malmö (Schweden) oder auch Coventry (England). Diesmal zählt zu den härtesten Konkurrenten unter anderem das australische Geraldton und Utena in Litauen. „Wir sind aber zuversichtlich, dass wir vorne mitspielen“, ist sich Thomas Herker sicher. Wenn man genau unter die Lupe nimmt, um was es bei dem Preis (den eine gemeinnützige Gesellschaft vor 14 Jahren in England ins Leben rief) geht, hat Pfaffenhofen wahrlich eine gute Chance: Ausgezeichnet wird unter anderem, wie Politiker und Bürger zusammen ihr Stadtbild zum Positiven verändert haben, was getan wird, um die Lebensqualität zu verbessern. Und Pfaffenhofen hat Einiges auf die Beine gestellt, das den Juroren in England imponieren dürfte. „So haben wir den Autoverkehr aus unserem Stadtkern verbannt“, erklärt Herker, der seit drei Jahren das Sagen in der Kreisstadt hat. Zudem wird nun eine Bio-Siedlung gebaut, wo alle Häuser ausschließlich durch regenerative Energien versorgt werden. Was auch gut ankam: Die Pfaffenhofener Bürger werden mehr in die Stadtpolitik einbezogen als in vielen anderen Gemeinden. „Die Leute sollen ja mitbestimmen, mitreden, nicht nur wählen“, erklärt der Bürgermeister.

Und das sagen die Bürger von Pfaffenhofen:

Alfons Schwarzmeier gefällt der "wunderschöne Marktplatz"

Alfons Schwarzmeier (60), Kaufmann: Hier ist es lebenswert, ohne Zweifel. Dieses Konzept, keine Autos ins direkte Zentrum zu lassen, ist einfach voll aufgegangen. Jetzt haben wir einen wunderschönen Stadtkern. Da wurden wir Bürger gefragt, und wir wollten es so. Jahrelang wurde darüber gestritten, bis man uns endlich in die Entscheidung miteinbezogen hat. Gut so. Auch legt das Rathaus großen Wert darauf, dass ständig Ausstellungen und Konzerte im Ort veranstaltet werden. Es gibt einfach eine Bindung zwischen Bürgern und Politik.

Melanie Mayr (16): Für uns Jugendliche wurde von der Stadt extra eine Skaterhalle gebaut, damit wir einen Teffpunkt haben. Das ist schon genial. Besonders, da diese Halle ganz im Zentrum liegt. Man wollte uns junge Leute also nicht irgendwo an den Stadtrand von Pfaffenhofen wegschieben, sondern auch in der Mitte haben. Das kommt gut an.

Andrea Holzer (18): Ich fühle mich hier schon immer wahnsinnig wohl. Man sieht schon bei der Verwaltung im Rathaus, wie auf die Bürger eingegangen wird. Alles geht schnell, es wird nicht an Personal gespart.  Zudem hat sich Pfaffenhofen auch immer das Traditionelle, das Bayerische bewahrt. Lebenswerter geht’s kaum.

Hans Stelzer (64): In den letzten Jahren hat sich viel getan in unserem Ort. Ein schönes Beispiel ist der Brunnen am Stadtplatz. Den haben sich Bürger gewünscht - wenig später war er da. Jetzt plantschen da an heißen Tagen die Kinder. Herrlich. Dann unser Projekt, eine Siedlung mit Bio-Strom und Biogas zu versorgen - zukunftsweisend!

Armin Geier

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