Inntalautobahn

Pickerl: Jetzt zocken uns die Ösis richtig ab!

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Ab 1. Dezember müssen deutsche Autofahrer auch für das kurze Stück bis nach Kufstein eine Vignette kaufen

München - Jetzt zocken uns die Österreicher richtig ab. Ab 1. Dezember braucht jeder eine Vignette - auch für das kurze Stück auf der Inntalautobahn.

Ausnahmen sind ja (fast) immer was Schönes. Zum einen bestätigen sie bekanntlich die Regel – und zum anderen bringen sie den Betroffenen meist einen Vorteil. So war es bisher auch für Wanderer und Skifahrer, die von Bayern ins österreichische Gebiet rund um den Wilden Kaiser reisten. Ein Pickerl brauchte man für das kurze Stück auf der Inntalautobahn nicht. Und genau das schaffen die Ösis jetzt ab. Ab 1. Dezember braucht jeder eine Vignette. Ausnahme­regelung ade!

Jetzt kassieren uns unsere Nachbarn also richtig ab. Zur Erklärung: Von der Grenze bei Kiefersfelden bis nach Kufstein Süd galt bisher die „Ohne-Pickerl-Regel“ für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Besonders die vielen Wintersportler aus Bayern konnten so ohne Vignette dieses sechs Kilometer lange Autobahnteilstück nutzen. Ab kommenden Winter müssen sie nun ein 10-Tage-Pickerl an der Scheibe kleben haben, um ungestraft zu ihrem Ausflugsziel zu kommen. Die Kosten: Ab Dezember soll es 8,50 Euro kosten. Ein gutes Geschäft, wenn man bedenkt, dass zur Hauptsaison bis zu 30.000 Wintersportler pro Tag (!) in Richtung der Skigebiete rund um den Wilden Kaiser unterwegs sind.

Laut ASFINAG (der Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft), die die Regel-Aufhebung beschloss, hat die Änderung aber keine finanziellen Gründe. Man wolle nur eine „Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer“ erzielen. Heißt: Den Bayern soll ihr Vorteil gestrichen werden.

Besonders in Kiefersfelden ist man stinksauer über die Entscheidung. „Für uns ist das eine Katastrophe“, schimpft der zweite Bürgermeister Hans Hanusch gegenüber der tz. „Besonders im Berufsverkehr haben wir dann das Voll-Chaos hier. Wir planen gegen diese Aufhebung vorzugehen.“ Wenn die Autobahn­vignette kommt, werden tausende Urlauber wieder über Kiefersfelden die kostenfreien Landstraßen nutzen, um zu ihrem Urlaubsort zu kommen.

Übrigens: Auch die Reisenden durch den Pfändertunnel bei Bregenz triff es hart. Die ASFINAG hat nämlich auch das Aus der Korridorvignette ab 4. Juli verkündet. Bisher konnte man für zwei Euro pro Fahrt Bregenz umfahren – nun muss man auch hier mindestens ein 10-Tage-Pickerl erwerben, um ungestraft durch den Tunnel nach Süden reisen zu dürfen. Natürlich auch nur der „Gleichbehandlung“ wegen.

age

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