DWD geht auf Alarmstufe Rot: Amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter in Bayern

DWD geht auf Alarmstufe Rot: Amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter in Bayern

5000 Euro Bußgeld wegen fehlender Fläche

Pizza im Würgegriff der Bürokratie

+
Exakt 28 Zentimeter Durchmesser - wehe, wenn die Pizza kleiner ist.

Landsberg - Ach, hätte doch der Pizzalieferant aus Landsberg am Lech an diesem schicksalhaften Tag sich lieber zweimal überlegt, wem er da seine Ware liefert. Es ging nämlich mit dem Karton ins oberste Haus am Ort, ins Landratsamt.

Dort schlug die Pizza bei einem Lebensmittelüberwacher auf, der rein privat Hunger verspürt hatte. Was dann passierte, stammt vom Gedächtnisprotokoll des Landkreissprechers Wolfgang Müller: „Er sah gleich, hoppla, da stimmt was nicht.“ Geschultes Auge … Denn: Was nicht stimmte, war die im Prospekt angegebene Größe. Statt der dort versprochenen 28 Zentimeter Durchmesser wurden nur 27 geliefert. Das ergab die Schnellmessung durch entsprechendes Gerät (ein Lineal).

Diese eine Stichprobe sollte aber nicht genügen. In der Folge ließen sich immer wieder verschiedene Beamte die Pizzen kommen, maßen und verspeisten sie schließlich. Natürlich auf eigene Kosten! Eins war zwar laut Müller klar: „Schmecken tun sie.“ Doch im Schnitt wurde der versprochene Durchmesser unterschritten. Abweichungen gab es auch bei der großen Pizza, bei Familien- und Party-Pizza! Und zwar immer zwischen einem halben bis zu über einem Zentimeter. Und so flatterte dem Pizzaservice, der mit zwei Läden seit über zehn Jahren im Ort ist, ein Bußgeldbescheid des Gewerbeamtes vor den Ofen: 5000 Euro Strafe! Weil er „fahrlässig Lebensmittel unter irreführenden Angaben in Verkehr gebracht“ habe.

Der Besitzer berichtet noch immer entsetzt von diesem Moment. „In den gut zehn Jahren, die ich im Geschäft bin, hat sich noch kein Kunde darüber beschwert, dass meine Pizza zu klein ist.“ Der Mann möchte nicht genannt werden, denn noch mehr Ärger mit den Behörden wolle er nicht, sagte er dem Kreisboten im Landsberg.

Umso ärgerlicher: Grundsätzlich ist ein Pizza-Service nicht dazu verpflichtet, Größenangaben in seinen Prospekten zu veröffentlichen. „Wir haben das aber gemacht, um den Bestellern eine Orientierungshilfe zu geben“, erklärt der Besitzer. Schließlich solle man sich unter den Angaben „mittel, groß, Familie und Party“ etwas vorstellen können. Weil er sich darüber im Klaren sei, dass Pizzen durchs Backen unterschiedlich groß ausfallen können, „haben wir auch zirka dazu geschrieben.“ Auf die Zentimeterangabe für seine Karten ist er durch die Backbleche gekommen, die er für die Zubereitung seiner Pizzen verwendet. Das seien genormte Bleche. Auf die Angaben des Herstellers habe er sich verlassen.

Hilft alles nicht, denn das Gewerbeamt erstellte eine exakte Tabelle samt Gegenrechnung (siehe Abbildung), um wieviel Pizza der Lieferant seine Kunden in den vergangenen 117 Monaten gebracht habe. Pro mittlerer Pizza, so die Berechnungen über die Kreis-Formel (r2 mal Pi) fehlen exakt 0,00431969 Quadratmeter Pizza. Pro großer Pizza sind es genau 0,00249364 Quadratmeter. Mit dem Effekt, so der geknickte Pizzalieferant: „Man wirft uns vor, wir hätten uns einen wirtschaftlichen Vorteil verschafft.“ Und zwar über die Jahre in Höhe von über 18 000 Euro! Der Mann ist sich trotzdem keiner Schuld bewusst. Bei der Vorbereitung seiner Pizzen gehe er schließlich nicht mit Maßband und Waage an die Sache. So achte er auch nicht darauf, wieviel Teig genau er für eine Pizza verwende. Denn: „Der eine Pizzabäcker hat eine größere Hand, der andere eine kleinere.“

Die 5000-Euro-Buße erachtet er demnach als zu hoch und hat über seinen Anwalt Peter Amend Einspruch eingelegt. Vielleicht tröstet ihn, dass man im Landratsamt offenbar auf den Geschmack gekommen ist. Denn außer ihm wurden noch sechs weitere Pizza-Lieferanten im Kreis kontrolliert. Und alle haben sich nicht an die versprochenen Durchmesser gehalten. Der Bußgeldbescheid lag hier zwischen 1000 und 5000 Euro. Landratsamts-Sprecher Müller will aber unbedingt, dass man dieses Vorgehen versteht. „Wenn man mit Größen oder Gewichten wirbt, dann muss man auch die Werte bitte einhalten.“

Assja Terseglav

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Regensburger OB Joachim Wolbergs bleibt suspendiert: „Nicht nachzuvollziehen, dass...“
Regensburger OB Joachim Wolbergs bleibt suspendiert: „Nicht nachzuvollziehen, dass...“
DWD geht auf Alarmstufe Rot: Amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter in Bayern
DWD geht auf Alarmstufe Rot: Amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter in Bayern
Der Sommer ist zurück! So werden Ihre Sommerferien unvergesslich
Der Sommer ist zurück! So werden Ihre Sommerferien unvergesslich
Paraglider (21) aus Oberbayern stürzt ab - seine Freundin findet die Leiche
Paraglider (21) aus Oberbayern stürzt ab - seine Freundin findet die Leiche

Kommentare