Großeinsatz der Polizei

Auf der Jagd nach einem Jäger

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Mit einem Großaufgebot hat die Polizei nach einem bewaffneten Mann seit Mittwochnachmittag in einem Wald bei Pleiskirchen gesucht.

Pleiskirchen - Mit einem Großaufgebot hat die Polizei nach einem bewaffneten Mann seit Mittwochnachmittag in einem Wald bei Pleiskirchen gesucht. Gestern Nachmittag stellte sich der 60-Jährige.

Ihren Anfang nimmt die Geschichte am Mittwochnachmittag. Mehrere Polizeibeamte wollten den Mann festnehmen und ihn polizeilich vernehmen. Grund war ein Familienstreit, der sich bereits einige Tage zuvor ereignet hatte und eskaliert war. Zu diesem Vorfall sollte der Mann eine Aussage machen. Doch so weit kam es nicht, denn bevor die Polizeibeamten aus dem Wagen stiegen, flüchtete der Jäger in ein angrenzendes Waldstück bei Pleiskirchen - mit einer Waffe.

Den Beamten war vorab bekannt, dass der Mann aufgrund seiner Jagdberechtigung im Besitz von Schusswaffen ist. Enstprechend vorsichtig gingen sie von Anfang an vor. Beamte der Bereitschaftspolizei, der umliegenden Polizeidienststellen und Polizeihunde unterstützten die Polizisten vor Ort, suchten nach dem Mann und umstellten das etwa 300 auf 300 Meter große Waldstück. Etwa 150 Polizisten waren im Einsatz.

Doch die Suche gestaltete sich in dem schwierigen Gelände äußerst kompliziert: "Die einbrechende Dunkelheit und die schlechte Witterung verhinderten den Einsatz eines Hubschraubers", sagte gestern ein Sprecher vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd auf Anfrage. Der Mann blieb verschwunden.

Deshalb hielt die Suchaktion Pleiskirchen weiter in Atem. Seinem Rechtsanwalt übergab der Jäger nachts schließlich die Waffe, von ihm selbst fehlte aber weiterhin jede Spur. Für die Polizei war mit der Übergabe der Waffe aber ein wichtiger Schritt getan: Denn von dem Mann ging nun nicht länger eine Gefahr aus, die Schusswaffe war sichergestellt. "Weitere Waffen fehlten nicht. Das haben wir überprüft", sagte der Sprecher.

Auch gestern ging die Suche nach dem Jäger weiter, allerdings nicht mehr mit einem Großaufgebot. Über seinen Rechtsanwalt ließ der 60-Jährige der Polizei schließlich mitteilen, dass er sich stellen werde. Wann dies sein werde, darüber machte er keine Aussage. Die Beamten mussten sich also weiter in Geduld üben, die Suche ging in kleinem Rahmen weiter. Der Jäger war weiter auf der Flucht.

Gestern Nachmittag meldete sich der Mann mit seinem Rechtsanwalt schließlich bei einer Polizeidienststelle. Was genau in der Familie einige Tage zuvor vorgefallen war, ist nicht bekannt.

Ob dem Mann strafrechtliche Konsequenzen drohen oder finanzielle Forderungen aufgrund des Polizeieinsatzes gestellt werden, konnte die Polizei nach Auskunft eines Sprechers gestern noch nicht abschätzen.

Armin Geier und Raphaela Lohmann

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