Tölzer Gastwirt auf der Flucht

Drogen-Lager entdeckt: Irre Verfolgungsjagd mit Heli

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Ein Kilogramm Marihuana hat die Polizei bei einer Durchsuchung in Bad Tölz gefunden.

Bad Tölz - Ein 39-Jähriger aus dem Landkreis Bad Tölz ist auf der Flucht vor der Polizei. Er soll in größerem Ausmaß in Drogenhandel verstrickt sein und lieferte sich eine irre Verfolgungsjagd mit der Polizei.

Es muss eine filmreife Szene gewesen sein: Bei Reichersbeuern flüchtete vor gut zwei Wochen ein Autofahrer über die B 472 vor der Polizei. Die Beamten schickten sogar einen Hubschrauber los, um die Verfolgung aufzunehmen, doch der Mann entkam.

Auf Recherchen des Tölzer Kurier hin bestätigte die Polizei nun, dass hinter dem Aufsehen erregenden Ereignis ein nicht minder spektakulärer Kriminalfall steckt. Bei dem Flüchtigen handelt es sich um einen 39-Jährigen aus dem Landkreis, der laut Polizei im Verdacht steht, „in einem größeren Ausmaß in den Rauschgifthandel“ verstrickt zu sein. Dem Vernehmen nach hat er bis zu seiner Flucht eine Gaststätte in Bad Tölz betrieben.

Die Ermittlungen in dem Fall gingen von der Kriminalpolizei Kempten aus. Denn neben dem 39-Jährigen soll auch ein 27-jähriger Allgäuer an dem Rauschgifthandel beteiligt sein. Nach Angaben von Christian Owsinski, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West in Kempten, ging die Polizei „im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen des Handels mit Cannabis-Produkten in nicht geringer Menge“ am 13. Februar in die Offensive: Zeitgleich wurden zwei „Objekte“ durchsucht, eines in Kempten, das andere in Bad Tölz.

In Tölz machten die Beamten der Kripo Weilheim, die den Kemptener Kollegen Amtshilfe leisteten, beachtliche Entdeckungen. Sie stellten über ein Kilogramm Marihuana, zahlreiche Ecstasy-Tabletten sowie 16 Gramm „eines weißen Pulvers“ sicher, so Owsinski. Dabei handele es sich mutmaßlich um Kokain. Offenbar pflanzte der 39-Jährige auch selbst Hanf an. Die Polizei fand bei ihm eine kleine „Aufzuchtanlage für Cannabis-Pflanzen“, so der Sprecher - zu jenem Zeitpunkt wuchs dort offenbar aber gerade nichts.

Den 39-Jährigen trafen die Beamten bei der Durchsuchung nicht an. Fortan war er untergetaucht. Unverhofft lief oder besser fuhr er allerdings schon zwei Tage später der Polizei in die Arme. Zufällig kontrollierte eine Streife den 39-Jährigen am 15. Februar auf der B 472 nahe Reichersbeuern. Dabei muss die Situation eskaliert sein. „Es gelang dem 39-Jährigen, sich der Festnahme zu entziehen“, umschreibt Owsinski die Geschehnisse. Die Polizei habe sogar Pfefferspray eingesetzt - was den Verdächtigen aber auch nicht stoppen konnte. Der 39-Jährige trat aufs Gaspedal und flüchtete. Die Polizei holte einen Hubschrauber zu Hilfe, doch die Suche blieb ergebnislos. Bis heute ist der Mann auf der Flucht. Owsinski: „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass er sich zwischenzeitlich ins Ausland abgesetzt hat.“

Andreas Steppan

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