Polizist sammelt Kinderpornos

Bad Tölz - Martin A. (33) ist überall beliebt, bei den Kollegen von der Weilheimer Polizei und bei seinen Freunden von der Wasserwacht.

Jetzt aber stellt sich heraus, dass der Polizeiobermeister auch ein ganz dunkle Seite hat: Auf seinem Privatcomputer haben Beamte der Kripo Kinderpornos gefunden!

Die pädophile Neigung des Mannes deckte die Polizei in Westhessen auf. Bei einer Hausdurchsuchung im Rahmen einer Kinderporno-Razzia stießen sie auch auf die IP-Adresse des Kollegen aus Bayern. Diese Adresse, mit der die Datenpakete versehen werden, die man im Internet verschickt, hat eine ähnliche Funktion wie der Absender auf einem Briefumschlag – Martin A. war deshalb schnell ermittelt.

Am 16. Juli durchsuchten deshalb Beamte der Kripo seinen Arbeitsplatz in Weilheim und die Wohnung des 33-Jährigen im Haus seiner Eltern im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. „Dort wurde belastendes Material sichergestellt“, so Hans-Peter Kammerer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern. Seitdem ist der Beamte vom Dienst suspendiert.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den Beamten wegen des Erwerbs und Besitzes von Kinderpornos. Dass ein Verfahren eingeleitet wurde, bestätigte Rudiger Hödl, Leitender Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft München II. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, drohen Martin A. zwei Jahre Haft – und die Entlassung aus dem Dienst.

Die Meldung, dass gegen einen Kameraden ermittelt wird, löste bei den Wasserwachtlern aus Wolfratshausen, die gestern am Starnberger See an einer Lehrübung mit Staatsminister Joachim Herrmann teilnahmen, Entsetzen aus. Martina Rosenberg, Pressesprecherin des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Wolfratshausen, meinte. „Er ist bei allen beliebt und wird als Kollege geschätzt.“

Der Verdächtige ist beim Wolfratshauser BRK ehrenamtlicher Mitarbeiter. Er fuhr Rettungseinsätze und war in seiner Freizeit auch für die Wasserwacht tätig. Bedenken, dass er sich dort beispielsweise bei Schwimmkursen an Kinder herangemacht haben könnte, zerstreut Ingo Lück: „Der Kollege war zu keinem Zeitpunkt in die Jugendarbeit eingebunden“, versichert der Technische Leiter der Kreiswasserwacht.

Quelle: tz

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