Unschuldig

Anwalt von Raimund M. sieht sich bestätigt

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Ist er unschuldig? Ein Gutachter entlastet den kranken Raimund M.

Augsburg - Ein medizinisches Gutachten bringt die Anklage im Polizistenmord von Augsburg ins Wanken. Der Anwalt des Angeklagten Raimund M. sieht sich bestätigt.

Spektakuläre Wende im Augsburger Polizistenmord-Prozess: Raimund M. ist unschuldig! Zu diesem Schluss kommt der medizinische Gutachter Ralph-Michael Schulte. Der an Parkinson leidende Angeklagte sei schon zur Tatzeit im Oktober 2011 nicht mehr in der Lage gewesen, auf dem Fluchtmotorrad zu fahren – weder als Fahrer noch als Sozius. Sein Anwalt Adam Ahmed zur tz: „Das beweist, was ich schon von Anfang an gesagt habe!“

Raimund M. (60) und sein Bruder Rudi R. (58) sind wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagt. Die Staatsanwaltschaft legt ihnen zur Last, bei einer halsbrecherischen Flucht am frühen Morgen des 28. Oktober 2011 auf einem Motorrad durch den Augsburger Siebentischwald den Polizeibeamten Mathias Vieth (†41) erschossen zu haben. Eine weitere Beamtin hatte großes Glück, die Kugeln der Flüchtenden verfehlten sie.

Die beiden Täter ließen später das Motorrad stehen und flüchteten vermutlich zu Fuß weiter. Zwei Monate später nachm die Polizei die beiden Brüder fest - „altbekannte Kriminelle aus dem Augsburger Milieu“, wie es hieß. Am 21. Februar 2013 wurde unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen vor dem Landgericht Augsburg der Prozess gegen die Brüder eröffnet. Beide bestreiten die Tat vehement.

Weil es mit der Gesundheit von Raimund M. rapide bergab ging, musste das Verfahren gegen ihn abgetrennt und ausgesetzt werden. Durch das gestrige Gutachten gibt es nun eine späte Genugtuung für den Angeklagten, der lange in Isolationshaft saß. Ob er wirklich nicht auf dem Motorrad gesessen haben kann, fragte Vorsitzender Richter Christoph Wiesner nach. „Das schließe ich aus“, machte Gutachter Schulte klar. Adam Ahmed, der nun als Zuschauer im Prozess sitzt, atmet auf: „Damit ist bewiesen, dass Raimund M. unschuldig ist.“

Mit dem Gutachten ist die gesamte Anklage der Staatsanwaltschaft ins Wanken geraten. Ob die Indizien jetzt noch für eine Verurteilung von Rudi R. reichen, ist fraglich.

E. Unfried

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