Pilotprojekt in Ingolstadt

Post testet Paketkästen für daheim

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Ein Plakat mit einem Paketkasten für daheim steht am 20.10.2013 in Ingolstadt (Bayern).

Ingolstadt - Online bestellen und die Ware bequem geliefert bekommen: Mit Blick auf den boomenden Internethandel testet die Post neue Paketkästen - zunächst im Rahmen eines Pilotprojekts in Ingolstadt.

Die Deutsche Post reagiert auf den weiter wachsenden Internethandel und will die Zustellung von Paketen erleichtern. Bundesweit erstmals werden dazu in Bayern neue Paketkästen für daheim getestet. Bei dem Pilotprojekt im Stadtgebiet und Umland von Ingolstadt können die Kunden jetzt den neuen Kasten bestellen. Damit können Sendungen auch zugestellt werden, wenn der Empfänger nicht daheim ist.

Bei dem neuen Angebot handelt sich um eine Art überdimensionierten Briefkasten, in dem die Zusteller die Pakete hinterlegen. Eine Post-Sprecherin bestätigte einen entsprechenden Bericht des „Donaukuriers“ vom Samstag.

Paketkasten kostet zwischen 99 und 179 Euro

Hauptzielgruppe sind Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern, bei denen genügend Platz für den Kasten vorhanden ist. Bezahlen muss den Paketkasten der Kunde. Je nach Größe - entweder 78 oder 166 Liter Fassungsvermögen - kostet er zwischen 99 und 179 Euro. Es gibt verschiedene Varianten, so mit integriertem Briefkasten oder mit Sockel. Neben Postgelb, Weißaluminium und Verkehrsweiß sind auch dunklere Farben im Angebot. Bei Spezialfarben muss man 70 Euro draufzahlen und eine längere Lieferzeit in Kauf nehmen.

Nach dem sechs- bis zwölfmonatigen Probelauf könnte der Paketkasten später flächendeckend in ganz Deutschland eingeführt werden. Postbote und Paketkastenbesitzer sollen mit je einem Schlüsselchip Zugang zum Kasten haben, der Zusteller hinterlässt die Sendungen einfach und nimmt Retouren aus dem Behälter mit. Ingolstadt habe sich aufgrund einer Reihe von Kriterien als geeigneter Probestandort erwiesen, vor allem auch wegen der vielen Ein- und Zweifamilienhäuser, sagte die Post-Sprecherin. Im Internet sollen sich bereits viele Interessenten für den Kasten eingetragen haben.

Post reagiert mit Paketkästen auf Internethandel

Vor dem Start des Pilotprojekts in Ingolstadt gab es nach Angaben der Postsprecherin einen vorgeschalteten kleinen Probelauf in Bonn. Dort seien die neuen Kästen aber nur von einigen Postmitarbeitern getestet worden. Mit dem neuen Angebot reagiert die Post auf den wegen des Internethandels stark wachsenden Paketversand. Die Paketvolumina der Post stiegen nach früheren Vorstandsangaben in den Jahren 2010 und 2011 um jeweils zehn Prozent. Post-Finanzvorstand Lawrence Rosen rechnet bis 2020 mit jährlich 5 bis 7 Prozent Marktwachstum. Die Post baut deshalb auch das System der Packstationen aus, an denen die Kunden rund um die Uhr Sendungen abholen oder anliefern können. Die Post und ihre Konkurrenten haben auch schon Systeme eingeführt, bei denen sich die Kunden ein Zeitfenster für die Zustellung erwarteter Pakete nennen lassen können.

Der Onlinehandel sorgte in den vergangenen Jahren in ganz Deutschland wiederholt für Rekorde. 2012 stieg der E-Commerce-Umsatz nach Berechnungen des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels um mehr als 27 Prozent auf 27,6 Milliarden Euro. In diesem Jahr rechnet die Branche mit einem Umsatzplus von mehr als 20 Prozent. Allein in Bayern nahm der Umsatz im Versand- und Interneteinzelhandel im ersten Halbjahr 2013 um 11 Prozent zu. Besonders stark gefragt sind dabei Bekleidung, Bücher und Unterhaltungsmedien. Aber auch Lebensmittel und Drogerieartikel werden verstärkt im Internet bestellt und sorgen bei der Post und ihren Konkurrenten für Hochbetrieb.

dpa

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