Eltern wollen das Schulgeld zurück

Nach Abi-Pleite: Schüler fordern Schadenersatz

Schweinfurt - Nach dem Abi-Skandal an einer privaten Fachoberschule in Schweinfurt haben Familien ehemaliger Schüler vor Gericht Schadenersatz gefordert.

Nach der Abi-Pleite an einer privaten Fachoberschule in Schweinfurt haben Familien ehemaliger Schüler Schadenersatz gefordert. Bei der mündlichen Verhandlung der ersten vier Klagen am Schweinfurter Amtsgericht sagten die Schüler am Dienstag, sie seien erst Wochen nach Beginn des 12. Schuljahres über die Prüfungsmodalitäten informiert worden. Der gesamte Jahrgang war 2013 durch die schriftlichen Abiturprüfungen gefallen, nur zwei der 27 Schüler konnten ihr Fachabi bei den mündlichen Prüfungen retten.

Laut Kläger-Anwältin Patricia Fuchs-Politzki liegen 16 Schadenersatzklagen vor. Die Eltern wollen das Schulgeld von rund 3000 Euro für zwei Jahre zurück. Die Schule verlangt die Abweisung der Klagen und argumentiert nach Angaben des Amtsgerichts, sie habe die Schüler aufgeklärt. Die Erste Private Fachoberschule Schweinfurt hatte nach dem Vorfall den Betrieb eingestellt.

Es geht jetzt darum, ob die Schule und ihr Geschäftsführer eine Aufklärungspflicht verletzt haben und ob dies der Grund für das schlechte Abschneiden der Schüler war. Die Beschuldigten bestreiten dies. Unklar ist, ob es überhaupt zu einer Entscheidung kommt oder die Verfahren unterbrochen werden müssen, weil die Schul-GmbH inzwischen einen Insolvenzantrag stellte. Eine Entscheidung über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens steht noch aus.

„Mir ist wichtig, dass es einfach Gerechtigkeit gibt“, sagte eine Mutter nach der Verhandlung. Die Jugendlichen hätten durch die Abi-Pleite Zeit verloren. Die Entscheidungen in den vier Fällen sollen Ende Juni verkündet werden.

Einige Kläger fordern zusätzlich Geld für das Einkommen, das den Schülern durch das verlorene Jahr entgangen sei. Ihre Fälle verhandelt wegen des höheren Streitwertes das Landgericht.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Symbolbild

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