10.000 Gegner des G7-Treffens?

Proteste werden ausgeweitet: Elmau in der Demo-Zange

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Schloss Elmau – in einem Monat das Polit-Zentrum.

München - Die Vorbereitungen für das Treffen der führenden westlichen Regierungschefs auf Schloss Elmau (Kreis Garmisch-Partenkirchen) am 7. und 8. Juni gehen in die heiße Phase.

Rund um den Tagungsort herrscht ab dem 30. Mai ein weiträumiges Betretungsverbot. Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald werden vom 5. bis 8. Juni für den überregionalen Transitverkehr nicht passierbar sein. Die Bahnstrecke Garmisch–Mittenwald wird voraussichtlich für die Dauer des Gipfels gesperrt. 17.000 Polizisten werden das Treffen sichern. Auf der anderen Seite machen die Gegner der Treffen mobil, auch sie rechnen mit großem Zulauf.

Die G7-Gegner hatten es bis vor Kurzem nicht leicht. So suchten sie lange ein Gelände, auf dem sie ein Protestcamp errichten können. Nun vermelden die Vertreter des Aktionsbündnis Stop G7 Elmau Vollzug – sie schlossen den Pachtvertrag für ein 7000 Quadratmeter großes Areal an der Loisach – auf der Gemarkung Martinswinkel ab. Der Verpächter Bernhard Raubal erhält nach Angaben von Aktionsbündnissprecher Benjamin Ruß natürlich Geld für die Wiese. „Das ist bei einem Pachtvertrag üblich“, sagte Ruß dem Garmisch-Partenkirchner Tagblatt. Das Grundstück hält Ruß für sehr geeignet, es liege zentral und man könne gut zu den Demos kommen.

Und es ist nicht weit weg vom Michael-Ende-Kurpark: Genau dort wollen die Aktivisten zusätzlich Protest-Ressourcen freimachen. Mittels Dauerkundgebungen, die für den Kurpark beantragt wurden. Und nicht nur dort: Rund um die Uhr soll auch im Mittenwalder Kurpark und auf dem Parkplatz der Kranzbergbahn gegen den Gipfel demonstriert werden. Elmau in der Demo-Zange!

Derzeit prüft die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen, ob das Protestcamp auf der Wiese errichtet werden darf. 1000 Gipfel-Gegner sollen hier in Zelten übernachten können – und dafür Campbeiträge zahlen. „Das ist genauso teuer wie auf einem normalen Campingplatz“, sagte ein Bündnissprecher. Darunter sollen sich auch weit angereiste Demonstranten mischen, etwa aus Lateinamerika und gipfelerprobte Aktivisten, die bereits beim G8-Gipfel in Heiligendamm im Jahr 2007 dabei waren. Vor Auflagen ist dem Aktionsbündnis nicht bange. Ruß: „Wir haben Erfahrung in solchen Dingen.“ Insgesamt rechnet das Aktionsbündnis mit bis zu 10.000 Menschen.

Die meisten sollen zur Groß-Demo am 6. Juni kommen und zum Sternmarsch nach Elmau am Tag darauf.

Währenddessen sichert die Polizei die Strecke, die die Gipfelteilnehmer bei ihrer Anreise mit dem Auto passieren müssten. Zur Terrorabwehr werden hier alle Gullys versiegelt, Anwohner müssen Sachen vor ihren Häusern wegräumen. Außerdem wird eine Baustelle an der B2 auf gefährliche Gegenstände überprüft. Einsatzkräfte helfen Anwohnern beim Wegräumen von Gartenmöbeln, Holz und allem Weiteren, was auch nur im Entferntesten eine Gefährdung darstellen könnte.

prei/mc

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