Beleidigung, Verleumdung, Belästigung

Zu viel Dreck am Stecken: JVA-Beamter geht lieber selbst

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Michael H. werden unter anderem Verleumdung und üble Nachrede vorgeworfen.

München - 25 Jahre lang arbeitete Michael H. in der JVA. In seiner Laufbahn ließ er sich einiges zu Schulden kommen - Angefangen bei Beleidigung bis hin zur Belästigung. Nun sollte er aus dem Dienst entfernt werden - aber er geht lieber selbst.

Er hat es in den vergangenen Jahren auf die Spitze getrieben und zieht jetzt selbst die Reißleine – notgedrungen! Der Justizvollzugsbeamte Michael H. hat am Dienstag beim Prozess gegen ihn am Münchner Verwaltungsgericht einen Antrag auf Entlassung aus dem Dienst unterschrieben. Grund: Weil er in seiner Laufbahn wegen seines Verhaltens mehrmals unangenehm aufgefallen war, hätte ihm nach Einschätzung des Gerichts ohnehin die Suspendierung bevorgestanden.

Zeugen: Die JVA-Beamten Werner Strobel und Michael Naske.

Beleidigung, Verleumdung, Zusammenarbeit mit Strafgefangenen und Belästigung von Besucherinnen – Michael H. hat in seiner fast 25-jährigen Karriere schon einiges auf dem Kerbholz. In seiner Zeit in der Justizvollzugsanstalt Kaisheim soll der Familienvater einem Gefangenen sogar die Schlüssel überlassen haben. Zusätzlich soll er sich mehreren Kollegen und sogar dem Anstaltsleiter gegenüber illoyal verhalten haben. Schon nach vorangegangenen Disziplinarmaßnahmen wurde sein Gehalt gekürzt. Ihm drohte sogar der vorzeitige Rauswurf.

"Alleine Vorverurteilung wegen Verleumdung würde für Suspendierung reichen"

Jetzt scheint er das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht zu haben. Insgesamt sieben Sachverhalte wurden am Dienstag verhandelt. Im Mai 2010 soll H. als sogenannter Torwachtbeamter – bereits im Dienst in der JVA Niederschönenfeld – trotz Anweisung, seinem Kollegen die Herausgabe des Schlüssels verweigert haben. Nur einen Tag später gab es einen ähnlichen Vorfall. Im August 2011 soll er vor einigen Beamten in der Nachtschicht über eine nichtanwesende Kollegin übelst hergezogen haben. „Er hat ihr einfach den Erfolg nicht gegönnt“, erinnert sich Michael Naske, der als Zeuge geladen war. „Er dachte, er müsse befördert werden.“ Einen Monat später hat er laut den Vorwürfen seiner Vorgesetzten zwei Besucherinnen belästigt und dabei auch seinen Arbeitsplatz verlassen. Richter Glaser: „Alleine die Vorverurteilung wegen Verleumdung würde für eine Suspendierung reichen.“ Daraufhin nimmt Michael H. den Vorschlag des Staatsanwalts an und scheidet in einem Jahr freiwillig aus dem Dienst.

 Johannes Heininger

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