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Sie wollte weggehen

Prozess um totes Baby: Lust auf Party als Tatmotiv?

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Nadine K. vor Gericht.

Regensburg - Nadine K. muss sich in Regensburg vor Gericht verantworten. Sie soll ihrem Baby mit einem Teppichmesser die Kehle durchgeschnitten haben - und ein schreckliches Tatmotiv haben.

Metzgereifachverkäuferin Nadine K. (20) ist ein lebenslustiger Mensch. Davon zeugen 460 Facebook-Freunde und aufreizende Bilder. Doch die Anklage der Staatsanwaltschaft Regensburg will so gar nicht zu der Frau mit Pferdeschwanz passen, die am Mittwoch auf der Anklagebank im Landgericht Platz nahm: Sie soll ihrem Baby mit einem Teppichmesser die Kehle durchgeschnitten haben – weil sie sich in ihrem Sexleben gestört fühlte!

Am 11. April 2013 fand ein Spaziergänger am Ufer der Donau in Saal einen Einkaufskorb mit der verwesten Leiche eines Jungen. Die Kripo brauchte nur zwölf Tage, bis sie vor dem Haus von Nadine K. und ihren Eltern stand. Das Tuch hatte die Ermittler auf ihre Spur geführt. Noch am selben Tag wurde ihre Mutter (44) von einem Zug überrollt. Unfall oder Suizid?

Am Tag ihrer Beerdigung wurde Nadine K. verhaftet. In den Vernehmungen stritt sie ab, das Kind getötet zu haben. Zum Prozessauftakt schwieg sie. Aufmerksam lauschte sie, als Oberstaatsanwältin Ulrike Klein rekonstruierte, welches Drama sich vor dem Fund der Leiche abgespielt haben soll: Am 7. Februar 2013 soll Nadine den Buben in ihrem Kinderzimmer zur Welt gebracht haben. Die Schwangerschaft habe sie verheimlicht, weil sie nicht in die Erziehung des Kindes eingebunden werden wollte, so die Anklägerin. „Ihr war bewusst, dass sie in Zukunft gehindert wäre, ihren weitreichenden sozialen und sexuellen Kontakten ungestört nachzugehen.“

Daher habe sie das Kind nach der Geburt erstickt und dann mit einem Teppichmesser Halsvene und Luftröhre des Babys durchtrennt. „Der Säugling verblutete.“ Danach habe sie die Leiche in eine Decke gewickelt. Was jedoch in den zwei Monaten bis zur Entdeckung des Jungen passierte, das ist noch unklar. „Ein Mysterium“, sagte Oberstaatsanwalt Wolfhard Meindl.

Verteidiger Michael Haizmann will in dem Indizienprozess beweisen, dass viele von der Schwangerschaft Nadine K.‘s wussten – und sie diese deshalb nicht verheimlicht habe. Die Angeklagte wird seit Juni im Bezirkskrankenhaus Straubing behandelt. Wirklich nahe schienen ihr die grausigen Details zum Prozessauftakt nicht zu gehen: Fröhlich winkte sie beim Rausgehen einigen Freundinnen zu.

tz

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