Prozess gegen Mutter (24)

Baby erstochen: "Innere Stimme hat es befohlen"

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Hasret S. (24) gibt zu, ihre zehn Wochen altes Baby erstochen zu haben. Rechts: Die Leiche wird abtransportiert

München/Garmisch-Partenkirchen - Eine 24-Jährige hat ihr zwei Monate altes Baby mit 17 Messerstichen getötet. Zum Prozessauftakt behauptet die Mutter vor Gericht, dass eine innere Stimme ihr die grausame Tat befohlen hat.

Eiskalter Kindsmord oder ein Fall für die Psychiatrie? Seit Montag steht eine 24 Jahre alte Mutter aus Garmisch-Partenkirchen vor dem Münchner Schwurgericht. Hasret S. hat ihre nur zwei Monate alte Tochter Selsebil mit 16 Stichwunden umgebracht. Eine innere Stimme habe ihr das befohlen, sagte die Frau am Montag vor Gericht aus.

Staatsanwalt Thomas Lenz erklärte, dass die Angeklagte das Baby mit mehreren Stichen verletzt hatte: „Und schließlich stieß sie in ihrer Absicht, ihre Tochter als Störfaktor endgültig zu beseitigen, das Messer wuchtig in die Brust des Säuglings.“

In diesem Haus in Garmisch-Partenkirchen geschah die Tat.

Vater Simon S. (25) berichtete als Zeuge in der Verhandlung: „Wir haben uns auf das Kind gefreut.“ Er habe die in Garmisch geborene Türkin per Facebook kennengelernt. 2007 heirateten sie. Als die kleine Selsebil am 23. November 2012 das Licht der Welt erblickt hatte, geriet die junge Mutter in eine Krise. „Ich hatte Schwierigkeiten beim Stillen“, berichtet die Angeklagte. Das Baby habe viel geschrien. „Ich habe mich überfordert gefühlt“, so Hasret S.

"Sie hat sich gewünscht, dass das Kind stirbt"

„Sie hat gemeint, dass sie keine gute Mutter sei“, sagt der Vater, der Elternurlaub genommen hatte. Er habe alles getan, seiner Frau zu helfen. Aber: „Sie hat sich gewünscht, dass das Kind stirbt.“ Er brachte sie in die Psychiatrie, kümmerte sich in der Zwischenzeit um Selsebil. Den Ärzten aber, so die angeklagte Mutter, habe sie ihre schlimmen Gedanken verschwiegen.

Ende Januar ging Simon S. wieder arbeiten. Freitagmorgen, 1. Februar: Der Staplerfahrer kam um 7 Uhr von der Nachtschicht, wollte schlafen. Kurz vor 12 Uhr schreckte er auf: „Ich habe zwei Schreie gehört und gleichzeitig ein Röcheln.“ Er stürzte aus dem Schlafzimmer, sah seine Frau mit einem langen Küchenmesser in der Hand. Daran klebte Blut!

Mutter: "Ich glaube, dass sie jetzt auf uns herunterschaut"

Der Vater eilte zu seinem Kind. „Die Zeit kam mir vor wie eine Ewigkeit.“ Dann habe er das blutende Baby gesehen. Der Zeuge beginnt zu weinen.

Die angeklagte Mutter gibt zu, auf ihr Baby eingestochen zu haben. Sie behauptet: „Eine Stimme in meinem Kopf hat gesagt: ,Selsebil muss weg, damit es dir besser geht!‘“ Eine Lüge, um nicht ins Gefängnis zu kommen? Das mit der inneren Stimme hatte sie bisher nie erwähnt.

Selsebil sei jetzt im Paradies, so die gläubige Muslima. „Ich glaube, dass sie jetzt auf uns herunterschaut.“ Der Prozess geht weiter.

Mutter (24) tötet ihr zwei Monate altes Baby

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ebu

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